Nach fast 5 Jahren ist immer noch nicht geklärt, wie die Explosion am 4.11.2011 ausgelöst wurde, und was dort explodierte. Offiziell explodierten dort Benzindämpfe, die Frage der Zündung ist ungeklärt. 2 Sachverständige des LKA Sachsen und des LKA Bayern (Setzensack) konnten vor Gericht den Fall nicht klären.
Offizielle Theorie: Beate Zschäpe schüttete Benzin aus, in der Wohnung, ca. 10-15 Liter, und steckte die Benzinlunte mit einem Feuerzeug an. BUE Frank Lenk meinte dazu 2016 in Berlin, vielleicht habe Zschäpe das „unter der geschlossenen Wohnungstür hindurch“ getan, offizieller Fakt ist jedenfalls: Erst als sie mit den Katzenkörben auf der Strasse war, rummste es. Wer immer auch „Zschäpe“ war…
Wie war die Verzögerung möglich, warum explodierte es überhaupt, das konnte auch der TV-bekannte Brandexperte Frank Stolt nicht erklären.
… Zur Wohnung zurückgekehrt verschüttete ich das Benzin in allen Räumen der Wohnung.
… Ich nahm mein Feuerzeug, entzündete dies und hielt die Flamme an das Benzin, das sich auf dem Boden verbreitet hatte. Das Benzin fing sofort Feuer, und dieses schoss geradezu durch den gesamten Raum. Alles, was sich in der Wohnung befand, sollte verbrennen.
…Ich schloss die Wohnungstür und rannte mit meinen beiden Katzen und meiner Tasche über der Schulter aus dem Haus. Vor dem Haus angekommen, hörte ich einen lauten Knall.
Herr Stolt hat keine Zweifel daran gelassen, dass die nun vom Rechtsanwalt Grasel am 09.12.2015 vorgelesene Version des Ablaufs völlig undenkbar wäre.
Weitere Merkwürdigkeiten:
- „ganz viele schlaue Fragen der Nebenklage an Beate Zschäpe“, aber keine einzige Frage zum Brandausbruch, zur Entzündung, eventuell „unter der Tür durch“.
- keiner der Feuerwehrleute roch Benzin, nur BUE Frank Lenk
- Zschäpe roch nicht nach Benzin, als sie Nadin Resch und Antje Herfurth die Katzen übergab (Susann Eminger auch nicht 😉 )
- man fand im Labor des LKA Sachsen 2 Sorten Benzin (aus angeblich 1 Kanister vergossen)
- der Benzinkanister im Hausflur und sein Verschluss mit Ausgusstülle in der Wohnung riechen nach Manipulation
- die Benzinschnüffelhunde fanden in der Wohnung kein Benzin am 5.11.2011, sie fanden es überall am 7.11.2011.
Ganz brauchbar aufbereitet:

Es gibt bislang keine schlüssige Erklärung dafür, wie die Abläufe am 4.11.2011 wirklich waren. Alles voller Unmöglichkeiten, Ungewissheiten und Widersprüchen. Man tut lediglich so, als sei „eigentlich alles klar“.
Bereits im Juni 2014 war uns das aufgefallen:
Wie können 2 Handwerker, die 80 m entfernt beim Bäcker Reinhold ihren Feierabend-Kaffee trinkend die Explosion des “Terrornests” erst hören und dann bestaunen, sich gleichzeitig nach der Explosion aus dem Nebeneingang retten?
Liegt im “doppelten Trockenbauer-Lottchen” der Schlüssel zur Lösung des Rätsels der Explosion ?
https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/06/17/2-handwerker-zuviel-in-zwickau-am-4-11-2011/
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Die Aufgabe des Gerichtes in München ist relativ einfach: Die Augenzeugen vorladen. Was passierte wann in welcher Reihenfolge, wer war anwesend?
Dasselbe gilt für die NSU-Ausschüsse Sachsen I und Sachsen II, und den Bundestags-Ausschuss.
Es gibt zahlreiche Augenzeugen, die man bislang nicht vorgeladen hat, nirgendwo:
Vernehmung von Thomas Redmer, Kriminalhauptkommissar beim sächsischen LKA, 27. VT: www.nsu-watch.info/2013/07/protokoll-27-verhandlungtag-24-juli-2013/
„Weiterhin gebe es einen Aktenvermerk, dass ein Fahrradfahrer die Straße langgefahren sei zum Zeitpunkt der Explosion, dieser habe ambulant behandelt werden müssen wegen eines Schocks.“
Warum wurde der niemals vorgeladen? Was hat er gesehen? Wo waren die Handwerker, wieviele Handwerker gab es dort, wie erklärt sich die Zufallszeugin Nadin Resch, die fast genauso heisst wie die Schulfreundin Susann Emingers in der Polenzstrasse 2 Nadine Resch?
Noch 2 direkte Nachbarn wurden niemals vorgeladen: Christa und Josef Hergert, Frühlingsstrasse 24.
Die Aussagen der Eheleute Hergert, und die Aussagen der Eheleute Heydel sind nicht in der Akte „Subjektiver Teil Frühlingsstrasse 26“ enthalten, sondern tauchen dort nur in Zusammenfassungen des BKA auf, und der Titelsatz dieses Blogbeitrages fehlt auch dort. Wir wissen nur durch die Aussage von Lutz Krauss davon, einem Feuerwehrmann, der dort am „NSU-Haus“ am 4.11.2011 im Einsatz war, und der auch noch dort wohnt, fast nebenan.
Der ideale Zeuge für die Wahrheitsfindung, also wurde er nie vorgeladen. Wie Hergerts und Heydels auch nie vorgeladen wurden. Wie die Zeugen in Stregda, 3. Mann etc., auch nie vorgeladen wurden. Passt nicht, wird also nicht beachtet…
.Aussage Christa Hergert, Frühlingsstrasse 22:

Warum fehlen die Aussagen der Hergerts und der Heydels in der BKA-Akte?
Warum hat man seitens Verteidigung, Nebenklage und NSU-Ausschuss Sachsen nicht auf vollständigen Akten bestanden? Warum hat man diese wichtigen Zeugen nie vorgeladen?
Bei N-TV gab es am 8.11.2011 zwar noch keinen NSU, aber eine sehr interessante Aussage des Josef Hergert:
Die Bäckersfrau kann sich nur an die Frau erinnern. Freundlich sei sie gewesen. Und unauffällig. „Zweimal war sie bei uns im Laden.“ Aber meistens sei sie nur mit dem Fahrrad vorbeigefahren. „Ich hätte der das alles nie zugetraut“, flüstert die Bäckerin noch. Die 36-jährige soll nach den Worten des Stuttgarter Generalstaatsanwalts Klaus Pflieger zur Tätergruppe gehört haben, aus der 2007 die tödlichen Schüsse auf die Heilbronner Polizistin Michele K. abgegeben wurden. Am Montag stellte sie sich den Ermittlern. Ihre beiden Mitbewohner sind tot.
Montag ist falsch. 7.11.2011 stimmt nicht, offiziell am Dienstag den 8.11.2011. Wo Zschäpe war, und wann sie die Sicherheitsbehörden kontaktierte ist völlig unklar. Kann durchaus deutlich vor dem 8.11.2011 gewesen sein.
Wenige hundert Meter vom Bäcker entfernt steht der Rest eines Doppelhauses. Am vergangenen Freitag wurde eine Hälfte durch eine Explosion nahezu völlig zerstört.
Der Bäcker, seine Frau, dort wollen die 2 offiziellen Handwerker mit einem unbekannten Heizungsbauer gewesen sein. Da fehlen ebenfalls 3 Zeugenaussagen in der BKA-Akte: Bäcker Rheinholt, seine Frau, der Heizungsbauer.
Dort gab es im Erdgeschoss bis Februar noch ein griechisches Restaurant. Und oben wohnte seit Anfang 2008 unter dem Namen Susann die 36-Jährige gemeinsam mit zwei Männern.
Der Nachbarschaft blieb das Trio weitgehend fremd. Zwei Häuser weiter wohnt Joseph Hergert mit seiner Familie. Der 57-Jährige sagt, ihm sei aufgefallen, dass alle drei immer nur schwarz getragen hätten. „Aber dagegen ist ja nichts zu sagen, ich habe auch schwarze Sachen“, sagt Hergert.
Am Freitagnachmittag war die 36-Jährige überraschend zu Besuch bei Hergerts gewesen. Seine Tochter sei dagewesen, sagt Hergert. „Sie hat ihr zwei Katzenkäfige in die Hand gedrückt und darum gebeten, kurz aufzupassen.“ Dann habe seine Tochter gesehen, dass Qualm aus den Fenstern des Nachbarhauses aufgestiegen sei, und die Nachbarin darauf angesprochen. „Da hat sie nur gesagt, dass sie deshalb gleich die Polizei anruft, und ist die Straße entlang weggerannt.“
Welche Strasse? Den Veilchenweg Richtung Bahnhof, oder zurück zum Haus, „die Oma retten“? Hergerts Tochter ist Antje Herfurth, der Schwiegersohn ist Uwe Herfurth, der Schornsteinfeger, und BEIDE konnten „Zschäpes Kleidung“ nicht beschreiben. Warum nicht? Es war Uwe Herfurth, der „Zschäpe“ telefonierend den Veilchenweg entlangeilen sah.
Kurz darauf kam es zur Explosion. Die beiden Mitbewohner waren zu diesem Zeitpunkt schon tot. Sie sollen sich 200 Kilometer entfernt in Eisenach in einem Wohnmobil erschossen haben. Das Fahrzeug „hatte zuvor eineinhalb Wochen in der Frühlingsstraße gestanden“, sagt Hergert. Die Katzen der Fremden sind mittlerweile in städtischer Obhut.
Wenn zwischen „Benzin ausschütten und irgendwie per Feuerzeug anzünden“ und der Explosion mehrere Minuten lagen, dann scheidet Benzin aus. Das erklärte dann auch, warum „Zschäpinger“ nicht nach Benzin roch, und warum die Feuerwehr berichtete, dass die Brandschnüffelhunde nichts fanden.
Nun kann man trefflich darüber spekulieren, was denn dann rumste, und das laut Medienberichten sogar mehrfach.
Das hier?

Schwarzpulver, zu dem sich das Feuer minutenlang vorfrass, bis es dann rummste. Warum eigentlich nicht? Es löst sämtliche Probleme: Das der Entzündung, den fehlenden Benzingeruch an „Zschäpe“, die Verzögerung.
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Es geht jedoch auch anders herum: Erst Explosionen, dann Feuer:
Zeugin Fischer, Gisela, direkte Nachbarin, Frühlingsstrasse 28:

Partner ist falsch, dort wohnte doch ein Trio, menno!
Passt jedoch bestens zu den Aussagen der beiden offiziellen Handwerker: Pärchen. Nicht Trio. Wer dort wohl wohnte?
Herr und Frau Friedrich sagten im OLG-Prozess aus, in der Akte fehlt der Zeuge Peter Friedrich. Warum?
Herrliche Dialoge vor Gericht:
Sie wisse durch die Medien, dass es zwei Männer waren. Götzl fragt zu ihrer eigenen Wahrnehmung. F. antwortete, es seien höchstens zwei gewesen. Die Männer habe sie dem Haus zugeordnet, weil man sich ja auch mit anderen unterhalte und da habe man gewusst, dass sie da wohnen.
Wertlose Aussage. Vom Hörensagen…
An die Kleidung Zschäpes könne sie sich nicht erinnern, so F.
Da kann sie den Zeugen Herfurth die Hand reichen, die erinnerten sich ebenfalls nicht an den roten Mantel… den gab es nur bei Janice Martin.
Flammen habe sie vielleicht eine Viertelstunde oder zehn Minuten später gesehen, so F. Götzl hält F. vor, sie habe angegeben, sie habe das Pärchen als freundliches Pärchen kennen gelernt, mit dem man keine Probleme habe, heute habe sie aber von einem weiteren Mann gesprochen. F. sagt, sie hätten gedacht, der wohne vielleicht gegenüber. Vom Reden her habe sie aber gewusst, dass zwei Männer und eine Frau eingezogen seien, nur in welche Wohnungen könne sie nicht sagen.
„im nächsten Moment kam auch schon Rauch…“ siehe oben. Die Zeugin Fischer hat vermutlich gar nichts gesehen, weder Handwerker, noch „Zschäpe“, noch kann sie die Reihenfolge von Explosionen und Rauch widerspruchsfrei wiedergeben. Oder stimmen die Vernehmungsprotokolle nicht mit den Aussagen überein?
In einem richtigen Prozess gäbe es endlose Gutachterschlachten darum, wie und womit die Explosionen gezündet wurden. Im NSU-Schauprozess gibt es dazu nur Gedöns, und vermutlich Gerichtsdeals.
In einem richtigen Prozess gäbe es vollständige Akten mit sämtlichen Augenzeugen und allen Aussagen der Nachbarn. Das BKA und die Bundesanwaltschaft würden wegen fehlender Zeugenaussagen „in den Boden gerammt“ von 70 Nebenklage-Anwälten und 15 Verteidigern. Im NSU-Schauprozess jedoch nichts davon.
In echten Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen würden nicht dieselben Zeugen wie im Prozess vorgeladen, sondern die anderen Zeugen, die nicht im Prozess aussagten. Man würde das ganze Bild betrachten, und nicht vorgesiebte Teile des Bildes.
In einer rechtsstaatlichen Ermittlung müsste die Staatsanwaltschaft Belastendes und Entlastendes ermitteln, vortragen und gewichten. Widersprüchen müsste nachgegangen werden. Bei den Regierungs-Sonderstaatsanwälten und dem weisungsgebundenen BKA-Staatsschutz… wurden Zeugenaussagen manipuliert, und Nichtpassendes aussortiert. Alle spielen mit.
In einer unabhängigen Presselandschaft gäbe es eine Anklage-kritische (also eine Regierungs-kritische) Berichterstattung. In der BRD fällt das komplett flach.