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NSU: Antworte auch du!

@taucher hatte ja bereits geantwortet, nun auch die meinige.

Ein langer Text von Ilias Casteas mit wenig Inhalt den NSU betreffend. Inhalt wäre das, womit man weiterarbeiten kann.

Vorab. Der NSU ist schlußgestrichen.

Wenn Casteas meint, Böhnhardt, Mundlos und Zshäpe haben sich mordend durch das erste Jahrzehnt des Jahrhunderts gewalzt, dann soll er ruhigen Gewissens daran glauben dürfen. Da gibt es dann aber auch keine weitere Diskussion mit uns, weil:

Der AK NSU ist der größte Kritiker der Anhänger der Sekte der Zeugen des NSU.

Vielleicht können wir uns in der Sache, auch zum Verfahren Emminger kurz austauschen?

Nein, können wir nicht, da wir eben nicht an die NSU-Bibel glauben und uns inzwischen jede Lust abhold ist, sich mit Blödsinn zu beschäftigen.

Eine kurze Antwort trotzdem. Der Prozeß ist dazu gedacht, gewissen Kreisen das Schweigewgelübde in Erinnerung zu rufen. Manche Leute quatschen zu viel Falsches bei den falschen Leuten. Der Staat zementiert seine NSU-Geschichte.

Beate Zschäpe hat im Münchner Prozess sowie in der Befragung vor dem NSU UA Bayern geredet und doch nichts gesagt.

Darüber lohnt sich das Nachdenken. Die Antwort gab es auch im Prozeß. Weil sie an keiner der angeklagten Straftaten persönlich teilnahm, diese nur vom „Hörensagen“ kannte, wurde sie verurteilt. Böhnhardt und Mundlos sind tot, dann greifen wir uns eben die Zschäpe, so das propagandistische Kalkül des Staates.

Bis heute ist keines der Verbrechen, keiner der 10 Morde, keiner der 15 Raubüberfälle und keiner der 3 + Wehrhahn Sprengstoffanschläge tatsächlich aufgeklärt.

Eben. Damit ist alles gesagt. Ende der Veranstaltung NSU. Die waren’s nicht.

Die NSU-Geschichte quillt nur so vor Spekulationen und endlosen offenen Fragen über.

Wie es @taucher bereits schrieb:

NSU – Spekulationen (und offene Fragen)=0

Die affinen und tragenden Verbindungen des NSU-Kerntrios, als Teil eines waffenhandelnden „Nazi“-VP-Milieus und einem nachrichtendienstlichen Honey-Pot in Görlitz, ist den Sicherheitsbehörden, allen voran den Deutschen und internationalen Geheimdiensten bis hoch zur Bundesanwaltschaft bekannt:

Eben. Der Staat führt Prozesse gegen sich selbst auf vermintem Gelände und muß höllisch aufpassen, daß ihm da eines Tages nicht was um die Ohren fliegt.

Der THS infiltriert mit Hilfe die bundesweite Nazi-Szene.

Darüber lohnt sich weiteres Nachdenken. Fühlte sich Helmut Roewer zu Höherem berufen und wollte sich für eine Amtsführung im Bund empfehlen, indem er persönlich Quellen führte und diese bundesweit ausschwärmen ließ? Wurde das frühzeitig erkannt und rechtzeitig ausgebremst, indem man ihn wegen Korruption aus dem Amt entfernte, weil er die ihm zustehenden Kompetenzen überschritten hatte?

In den Verfahren in Potsdam machte Uwe Menzel eine ungewöhnliche Andeutung auf einen Waffen-Lieferanten Carsten Czepanskis: „Es war die 2. Lieferung einer Quelle Czepanskis. Die 1. hatte nicht geklappt wegen einer Hausdurchsuchung beim Lieferanten (Anfang 2000)“.

Eine Andeutung zu einer im NSU UA Sachsen offiziell verschwiegenen 1. Hausdurchsuchung in Görlitz bei Mario Ansorge im Mai 2000? Lokalen Beobachtern, ah Insidern, ist diese Hausdurchsuchung jedoch nicht entgangen.

Damals kam bei Ansorge ein Koffer voller Waffen mit einer Czeska zum Vorschein, die auf eigentümlichen Wegen mit VS-Unterstützung (Volker Lange, Referatsleiter VS Sachsen) zum LKA Sachsen fand – und dann ins Nichts verschwunden ist. Modell und Seriennummer unbekannt.

Deswegen die verzweifelten Versuche des BKA, im Nachhinein eine Schweizer Spur zu etablieren, um die Spur zur Waffenkammer im LKA Sachsen zu vernebeln.

#Denkpause

Ist es verständlich was wir zum Ausdruck bringen wollen?

Nein. Ich helfe Ihnen auf die Sprünge. Eine Möglichkeit z.B., der Mord an Böhnhardt und Mundlos war ein Fememord. Aus den im Text genannten Gründen, die tief in der Vergangenheit liegen. Den letzten Job, den sie wahrnahmen, hatten sie total unterschätzt. Denn da stand diese Vergangenheit mit Flinten vor ihnen, weil B&M mal einfach so eine Geschäftsgrundlage hätten zerstören können. Das LKA Sachsen weiß das, hält aber tapfer den Schnabel. Zschäpe weiß das auch und hält auch tapfer den Schnabel. In den für die Öffentlichkeit bestimmten Versionen.

NSU: Staatsschütze auch Du!

Symbolfoto für alles mit ausgequetschter Zitrone, aber ein bißchen geht noch aka so schön ist das Leben am Strand.

Ein Frederik Schindler hat sich in Ferndiagnostik des Dresdner NSU-Prozesses versucht, eine ganze Klopapierrolle bedruckt und trotzdem danebengelangt.

Politredakteur ist sowas wie der Redaktionsschwurbler. Die schreiben für billig Geld alles.

Die Befragung von Zschäpe im Oberlandesgericht Dresden wird Ende Januar des kommenden Jahres fortgesetzt. Dann hat sie noch eine Chance, endlich auszupacken. … Es ist darauf zu hoffen, dass die Richter und Vertreter des Generalbundesanwalts die richtigen Fragen stellen. Und die Zeugin nicht wieder mit Widersprüchen und Lücken davonkommen lassen.

Das ist ein heiliger Journaillistenschiß.

Laßt alle Hoffnung fahren, daß das passiert. Zschäpe ist als Zeugin in der Anklage Susann Eminger geladen. Egal, durch welche Ausforschungsbegierde die Staatsschutzrichterin angetrieben wird. Alle Fragen zu Zschäpe selbst kann diese souverän abschmettern. Da reicht jedesmal der Hinweis, daß sie einen Prozeß hatte, dort ausgesagt hat, was der Grasel ihr aufschrieb, rechtskräftig nach Verweigerung der Revision verurteilt ist und nun die auferlegte Strafe verbüßt. Das kann sie gerne zweimal die Stunde als Mantra vor sich herbeten, denn mehr muß sie in eigener Sache nicht bezeugen.

In einem hatte Zschäpe nämlich Recht: Sie ist nicht die Angeklagte, sondern Zeugin. Das verstehen Schmierfinken nicht.

Einen Punkt hätten wir vom AK NSU fast vergeben. Fällt allerdings aus, da verschenkt.

Wurden Sie, Mundlos oder Böhnhardt, zu irgendeiner Zeit von einem Nachrichtendienst oder dem polizeilichen Staatsschutz angesprochen?

@taucher

Ja. Ziemlich oft sogar.

Am 04.11.11 wurde Zschäpe von einem Handy aus dem Bereich des sächsischen Innenministeriums angerufen. Man weiß aber nicht so genau, zu welcher Abteilung es gehört. Vielleicht die Verkehrspolizei. Oder die Sitte.

Und in der Zeit vom 04. bis 08. November 2011 hat Zschäpe zwölfmal beim Landesamt für Verfassungsschutz Thüringen angerufen.

Die Frage lautet eher, warum der Staat Böhnhardt und Mundlos fachlich unvorbereitet und psychisch nicht auf der Höhe der Jobanforderungen in die Flinten reinlaufen ließ.* Die Antwort würde die Gewinnung freier Mitarbeiter der Spitzeldienste erschweren. Sie ist nicht erwünscht.

Aus diesem Grunde wird das Dresdener Gerichtstheater von einer Staatsschutzrichterin geleitet. Der Name ist Auftrag und Programm, es geht nur um den Schutz des Staates. Oder soll der Verteidiger der Eminger wirklich auf die nicht erteilte Aussagegenehmigung verweisen? Das gilt es zu verhindern.

Der NSU ist schlußgestrichen. Daran kann sich auch die Dresdener Staatsschutzschaft nicht vorbeimogeln. Wird sie auch nicht.

* Eine Übertötung** zwecks Vertuschung sei mal außen vor gelassen. Das macht es für die Schlichthirne, also Medienden, nur schlimmer.

** Das wurde filmisch zum Ende hin in „Killerman“ überzeugend dargestellt (they killed my wife, das reicht als Grund für Übertötung allemal, der Film „Sieben“ ist an dem thema schlußendlich gescheitert). Der Film lief hier Sonntag auf Veo7 im Originalton zwecks Abendbespaßung der Inselurlauber. Ich schließe mich wesentlich der Filmkritik an:

Liam Hemsworth scheitert hier sowohl als weinerlicher Amnesie-Patient wie als beinharter Racheheld auf fast schon bemitleidenswerte Weise. Durch harte Schnitte, wackelige Kamera, ausgebleichte Farben und einen Elektro-Soundtrack, der wie ein Keybord-Workshop einer Volkshochschule klingt, versucht Regisseur und Drehbuchautor Malik Bader vergeblich der Angelegenheit eine originelle Textur zu verleihen. Das kann jedoch nicht einmal im Ansatz über den narrativen Nonsens dieses faden Action-Thrillers hinwegtäuschen.

Ich schließe mich auch deswegen an, weil narrativer Nonsens prima zum NSU-Drehbuch des Staates paßt.

NSU: Urteil auch du!

@taucher hat sich im Schatten des aktuellen NSU-Prozesses in Dresden in eine dunkle Ecke verdrückt und dem Kompendium „Einstieg NSU“ über die Zeugen des NSU unter den deutschen Medienden einige Seiten hinzugefügt, die aber nicht mit Kerzenwachs gesiegelt wurden, da weitere Ergänzungen nicht ausgeschlossen sind.

Ab Seite 213 erfolgt eine dreiseitige Würdigung des Zschäpeurteils aus dem Mammutprozeß im letzten Jahrzehnt.

Der Prozeß in Dresden ist bereits am dritten Verhandlungstag, dito dem vierten, in sich kollabiert. Zschäpe pampt die Staatsschutzrichterin voll. Ich verstehe ja warum und was sie damit sagen will.

Dann befragte Rechtsanwalt Uwe Schadt, der Verteidiger der Angeklagten, Zschäpe zu ihren Angaben im NSU-Prozess in München (Urteil Juli 2018): Haben ihre Einlassungen damals der Wahrheit entsprochen?

Zschäpe: „In größten Teilen schon.“ Der Verteidiger hakt nach: „Es gab Ausnahmen bei der Wahrheit?“ Zschäpe: „Es war ausformuliert mit einem Anwalt.“ Der Verteidiger bohrt weiter und will wissen, welche „Ausnahmen der Wahrheit“ es gab. Zschäpe: „Kann ich Ihnen gar nicht mehr beantworten …“

Mehr muß man über das Urteil als auch das, was Zschäpe weiß, nicht wissen. Dann versteht man auch, daß die nur Nullaussagen abliefert.

Kognitive Dissonanz bei der niedrigsten deutschen Lebensform, wo man auch hinschaut.

Einen schönen Adventsfeiertag vor allem jenen, die sich das Snooker-Finale der UK Championchip reinziehen. Ist allemal spannender als 1000 Zeilen Schmierfinkerei.