Noch mehr Ceska-Gedöns im #NSU Schauprozess, vielleicht geht es nächste Woche weiter…

Es passt durchaus zum Schauspiel, das dort beim Staatsschutzsenat seit Mai 2013 aufgeführt wird. Bestens sogar:

Wer bitte soll hier verdummt werden?

  • Ralf Wohlleben wirft den Richtern vor, sich in ihrem Urteil gegen ihn längst festgelegt zu haben.

Ja sicher haben sie das, und schon bei Prozesseröffnung war das so, vor fast 5 Jahren! So what?

Nach der Pause verkündet der Senat, dass sich an seiner Entscheidung nichts geändert hat. Die Richter bleiben dabei: Sie wollen die beiden Männer nicht hören, die nach Angaben von Wohllebens Anwälten dem NSU nicht nur irgendeine Waffe, sondern die Tatwaffe besorgt haben sollen.

Dies sei eine bloße Behauptung, stellt das Gericht fest.

Was der Kronzeuge der Anklage Carsten Schultze 2013 vorgeheult hat ist ebenfalls eine blosse Behauptung: er habe die Dönerceska gekauft und den Uwes gebracht.

Das Problem: Wohllebens Anwälte haben damals versagt.

Als RA Klemke seinen Mandanten Wohlleben ans Messer lieferte

Sie hätten in jedem Fall die himmelschreienden Widersprüche zwischen Carstis Prozessgeheule und den Aussagen des angeblichen Verkäufers Andreas Schultz benennen müssen, und das agressiv, um diese vermutliche Falschaussage (konstruierte Aussage kurz vor der Verhaftung Schultzes am 1.02.2012) zu entlarven.

Unverzeihlicher Fehler: Sie verhinderten die Aussage des angeblichen Verkäufers vor Gericht.

DESHALB scheitern sie jetzt mit ihrem Beweisantrag zur „alternativen Dönerceska-Beschaffung“… und verzögern lediglich das OLG-Kasperles-Urteil.

Das Ceska-Gedöns blockiert das Nebenklage-Gedöns

 

Und klar ist auch, dass Wohlleben nicht Anfang 2016 hätte zurück rudern dürfen, nachdem er Ende 2015 behauptete hatte, die Carsti-Waffe sei gar nicht die Ceska 83 SD gewesen… noch ein schwerer Fehler.

Und nun soll also die Waffe von Jug P. in der Schweiz gekauft worden sein, und Sven R. habe sie den Uwes übergeben? Ganz ohne Wohlleben, ganz ohne Schultz, ganz ohne Schultze?

Wohllebens Anwälte argumentieren dennoch, der Zeuge Jug P. habe in der Schweiz die Mordwaffe Ceska 83 besorgt und der Zeuge Sven R. habe die Pistole an Mundlos und Böhnhardt weitergereicht.

Und Michael H. hat sie gesehen? Die Ceska?

Michael H. Er soll bekunden, im Jahr 2000 habe ihm der Rechtsextremist Sven R. eine Ceska 83 gezeigt. Sven R. gehörte zur Thüringer Neonazi-Szene und kannte mutmaßlich zumindest Böhnhardt.

Warum hat sich dann 2013 der angeklagte Wohlleben nicht gewehrt, als Carsten Schultze seine Ceska-Story vor Gericht zum besten gab? Warum hat man da gekuscht, ja sogar die Aussage des Verkäufers verhindert, anstatt BEIDE vorzuführen, es gab 4 oder 5 Elfmeter ohne Torwart, ALLE hat man verschossen bzw. ausgelassen.

Die Waffenbeschaffungsmärchen via Jug und Sven sind absolut unglaubwürdig. Das waren sie von Anfang an. Noch hanebüchener als das Anklagemärchen.

Alle wissen das. Und führen ein Schauspiel weiter, das einfach nur noch peinlich ist.

@anmerkung meint, die basteln da gerade eine Sollbruchstelle in den Prozess hinein:

SPIEGEL ONLINE 01. Februar 2018, 16:45 Uhr
NSU-Prozess

Wohlleben-Verteidigung stellt Befangenheitsantrag

Am 409. Tag des NSU-Prozesses hat ein Verteidiger des Angeklagten Ralf Wohlleben einen Befangenheitsantrag gestellt. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München habe sich schon auf ein Urteil gegen Wohlleben festgelegt, obwohl der Prozess noch laufe, sagte sein Anwalt Olaf Klemke.

Das Gericht hatte zuvor einen Beweisantrag Wohllebens abgelehnt. Darin verlangte er, zwei Männer als Zeugen zu laden. Die Mordwaffe hätten nicht er und ein weiterer Mitangeklagter für die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt beschafft, sondern die beiden als Zeugen benannten Männer.
—–
Exakt so ist es. Genau das war die Botschaft, die Götzl gestern unbeanstandet hinausposaunte.

Möglicherweise basteln sie aber auf den letzten Metern noch sicherheitshalber eine Sollbruchstelle in den Prozeß. Wer weiß, wozu die gut ist.
Read more: http://nsu-leaks.freeforums.net/thread/9/pressemeldungen-zum-thema?page=620#ixzz55uMUQeB2

Revision beim BGH wahrscheinlich. So oder so.

der olle Fatalist meint:

schon klar, dass der senat nach der beweisaufnahme seinen schuldspruch schon fertig hat, weil… die beweise waren ja erdrueckend, gelle?

Humor ist, wenn man trotzdem lacht…

Die Tweets zum Schauspiel:

Es gibt doch noch mehr „alternative Beschaffungswege der Dönerceska“, zum Beispiel den Laabs-Weg, also Beschaffung aus der Schweiz via Ron & Gil Ehrhardt, die Rotlichtkönige und V-Leute des TLKA…

Haben Sie doch gelesen, oder?

Das hier:

Haben Sie durchgehalten? Als es ans Eingemachte ging, da wollte der Zeuge nichts mehr sagen. Komisch, gelle? Beide waren Spitzel, das wissen wir bereits vom MDR, und der nächste Zeuge, KHK Gerstberger wird es bestätigen.

1996 wurden 2 Ceska 83 SD im Schweizer Laden gekauft, Anfang 2000 soll einer dieser 2 Ceskas von Wohlleben/Schultze im Medley in Jena gekauft und nach Chemnitz zu den Uwes gebracht worden sein. 1996 sassen die Zwillinge im Knast, und waren keine Spitzel mehr? Wissen wir nicht. Die Auffindung in Zwickau 2011, im Schutthaufen, ist äusserst dubios, sieht alles getürkt aus…

Im Hintergrund laufen daher beim BKA Ermittlungen zu einer alternativen Waffenbeschaffung in der Schweiz, während Dirk Laabs offenbar die Ehrhardt-Spur bevorzugt. Ein ziemlich sicheres Indiz dafür, dass sie falsch ist, ebenso wie die offizielle Ceska-Stafette.

Das ist Juli 2017. Wenn Laabs schreibt es wäre so, dann ist das ziemlich sicher gelogen. Klingt komisch, is aber so 🙂

Sie könnten dieses alternative Märchen schon aus dem Jahr 2016 kennen:

Erinnern Sie sich?

Ist dem so? Der Schweizer „Ceska-Müller“ soll Gegenteiliges ausgesagt haben:

Wir haben Informationen, demnach Müller die Ceskas gar nicht kaufte, sondern (mit erheblichem Zuschlag auf die gezahlten 400 SFr. an Germann…) die beiden Waffenerwerbskarten verkaufte.

Und zwar an einen V-Mann aus Jena.

Müller selbst hat gesagt, der Käufer habe nicht über den Preis verhandelt, er glaube, das war ein V-Mann.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nsu-prozess-wie-kam-die-ceska-nach-deutschland.ecc902ad-21aa-41a5-bc74-e41598712375.html

Lustig, gelle? das sind jetzt mindestens schon 3 verschiedene Dönerceska-Beschaffungswege. 2016 blogten wir das hier: http://arbeitskreis-n.su/blog/2016/05/31/2-ceskas-herr-aust-nicht-nur-eine/

Und last but not least soll die BAW zu ihrem Recht kommen: Der hier hat es gedeichselt:

Und das ist der Punkt: Aus einer Waffe 7,65 mm OHNE Schalldämpfer (Aussage Verkäufer Schultz am 25.01.2012 unmittelbar nach der Hausdurchsuchung: „Ich hab denen die scheiss Knarre besorgt“) wurde am 1.02.2012 in Karlsruhe eine Waffe mit Schalldämpfer! Das „bestätigte“ der Verkäufer danach, auf sanften Druck hin, und für das Versprechen, kein Ermittlungsverfahren! Erst dann wurde aus OHNE Schalldämpfer plötzlich am 8.2.2012 MIT BESTELLTEM Schalldämpfer, ein Fehler, denn bestellt war DEUTSCHES FABRIKAT, ohne Schalldämpfer.

Aber das macht nichts, denn die Öffentlichkeit kennt dieses Gemauschel nicht. Es wird brav vertuscht, wie BAW und BKA die Anklage zurechtzimmerten, und welche Methoden sie dazu einsetzten. Ein riesiger Beschiss des BKA, der sich in den hingemauschelten Gutachten zur Zwickauer Ceska manifestiert. Tatwaffe in 9 Mordfällen? Nie und nimmer.

Was für ein peinlicher Mauschelprozess mit vermutlich dreckigsten Absprachen hinter den Kulissen, die dann teils gebrochen wurden, und so den jetzigen Ceska-Beschaffungs-Krieg überhaupt erst auslösten.

Unsere These ist und bleibt: Die Zwickauer Ceska W04 ist eine nachgefundene Schutthaufenwaffe, ihre Findung ohne Fotos etc. stinkt 3 Meilen gegen den Wind, sie ist eine „hinbegutachtete Waffe“, die nie und nimmer Tatwaffe bei 9 Morden war, denn es gab niemals 9 Morde mit der immergleichen Waffe zwischen 2000 und 2006. Schon das war eine seit 2001 hingeschwindelte politische Entscheidung. Man wollte schon 2001 weder PKK-Morde in der BRD, noch wollte man geheimdienstliche Morde der Türkei (wie damals Tito 26 Exilkroaten hinrichten liess?) in Deutschland?

Woran kann man das festmachen?

Am Mord des Kriminellen in Hamburg 2001, bei dem dieselben 2 Waffen wie beim Simsek-Mord 2000 verwendet worden sein sollen, und das BKA ganze 2 Monate brauchte, bis es das bemerkte.

Da lachen ja die Hühner, das machten die danach binnen 24 Stunden. Immer. Die Konifären beim BKA…

Schon 2001 wurde politisch entschieden, dass es immer dieselbe Waffe war, mit Waffenforensik hatte das wahrscheinlich wenig bis nichts zu tun. Bei 4000 DNA Spuren hätte es Doppeltreffer „des Snipers“ geben müssen, die gab es aber nie… trotz angeblich noch gemachter Mörderexklusivfotos.

Der Rest ist Folklore, seit nunmehr 17 Jahren…

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Es verbleibt IMMER die DNA am Tatort.

nur nicht beim NSU? an allen 27 Tatorten nicht?

Na wer’s glaubt…

Die totale Ignoranz des Staatsschutzsenates:

Ignoranz als Sollbruchstelle für die Revision?

Show must go on!

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