#NSU: Lügen von der Laberkant

Es war ein Drama in drei Akten, das zwangsläufig verkackt wurde, da die daran Beteiligten die Akten nicht kennen oder standhaft deren Kennung widerstehen, weil es politischer Wille ist, sich mit Stuß Geld für den Kampf gegen rechts ™ zu verdienen.

Am Anfang stand die vorausseilende Tat. Die Schreiber von der Waterkant adelten Herrn Petter Ritter zum NSU-Aufklärer, obwohl für eine solch hohe Ehre in den Büchern der Geschichte kein Beleg zu finden ist.

Aus Frust: NSU-Aufklärer sagt nur ein Wort

Bisher glänzte Herr Richter vor allem damit, daß er den Stuß von Laabs nachplapperte, also das widerkäute, was Springer genehm ist.

Zwei Tage später wurde nachgelegt und bezüglich einem Herrn Turgut behauptet, dieser sei das Opfer zweier Naziattacken, bevor ihm der NSU den Garaus machte. Die Info gehe auf eine Frau Renner aus Thüringen zurück, hieß es bei der Ostseezeitung.

Dem dafür zuständigen Sachbearbeiter im Schweriner Innenminsterium ließ diese dreiste Lüge keine Ruhe. Drei Tage harter Recherche in den nordischen Kriminalakten waren nötig, dann war der Lügner von der Waterkant enttarnt. Unter höflichen Verzicht auf namentliche Erwähnung wurde erklärt:

Am 13.01.2018 stellte die Ostseezeitung in einem Artikel unter dem Titel „Mehr Nazi-Attacken auf Turgut“ dar, dass es im Jahr 1998 bereits vor dem Mord in Rostock an Mehmet Turgut im Jahr 2004, der dem NSU-Trio zugerechnet wird, „…zwei Attacken von Neonazis“ gegeben haben soll.

Die im Artikel der Ostseezeitung von Politikern der Partei DIE LINKE dargelegten Behauptungen, es wären Hinweise zu vermeintlichen „Nazi-Attacken“ ignoriert worden, weist das Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern als populistische Unterstellung zurück…

Anders als in der öffentlichen Berichterstattung dargestellt, war das Mordopfer Mehmet Turgut eben nicht Opfer der Körperverletzung vom Juni 1998. Es liegen ebenso keine Erkenntnisse vor, wonach der Streit im Imbiss über selbst mitgebrachte Getränke durch einen der Tatverdächtigen politisch motiviert gewesen sein könnte. Über die Tatsache, dass sich innerhalb von sechs Jahren zwei Straftaten an ein und derselben Tatörtlichkeit ereignet haben, auf eine identische Motivation beider Taten zu schließen, ist hochgradig unseriös.

In diesem Zusammenhang wird entgegen der regelmäßigen Vorwürfe des Herrn MdL Ritter, die Landesregierung würde die Fragen zu Aktivitäten des NSU in M-V nur unzureichend beantworten, noch einmal festgehalten, dass die Landesregierung bisher alle Fragen des NSU-Unterausschusses umfassend beantwortet hat, sofern sie selbst über die für die Beantwortung notwendigen Informationen verfügt und durch das Oberlandesgericht München als NSU-prozessführendes Gericht ermächtigt ist, diese zur Verfügung zu stellen. Der Öffentlichkeit Glauben zumachen, die Landesregierung sei ein Hindernis bei der Aufklärung des NSU-Komplexes, ist ein untauglicher Versuch für die Begründung der Notwendigkeit eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) in Mecklenburg-Vorpommern.

Dass die nach inzwischen sechsjährigen Ermittlungen des Generalbundesanwaltes und einem seit bereits vier Jahren in München laufendem NSU-Prozess teilweise immer noch offenen Fragen ausgerechnet durch einen kosten- und personalaufwendigen PUA in M-V beantwortet werden können, dürfte auch Herr Ritter selbst nicht ernsthaft erwarten.

Dieser Herr Ritter war beleidigt und twitterte zurück.

Peter Ritter @rettirp

IM-MV: Mehmet Turgut war 1998 noch kein Opfer von Nazi-Attacken/Land hat dem GBA alle Unterlagen zur Verfügung gestellt http://ots.de/3a9d1d
auch eine Meinung. nur leider an der Realität vorbei!
NSU- PUA in MV jetzt!

Jau, hier haben wir den Realitätsverweigerer, der noch wesentlich weiter von der Realität entfernt ist als die Kollegen aus dem Innenministerium. Und hier haben wir letztlich das, worum es geht. Sie wollen eine Geldverschleudermaschine, mit der sie die nordöstliche Regierung vor sich her treiben können wollen dürfen. Das wird nicht funktionieren. Es funktioniert in Potsdam nicht, daß die Linken der SPD an die Beine pinkelt, es funktioniert auch in Schwerin nicht.
Später karrt dieser Ritter dann nach.

Peter Ritter‏ @rettirp

zur Erklärung des Innenministers das Mehmet Turgut 1998 noch kein Opfer von Nazi- Angriffen war: MdB Renner hat dies auch nicht behauptet

Doch, hat sie, wenn man der Ostseezeitung Glauben schenken darf, denn die beruft sich auf genau eine solche Behauptung.

Und hier kommt der Trick. Der Originalton von der Renner ist in dem Fall nicht verfügbar. Es gibt aber ihre Internetseite. Und auf der präsentiert sie exakt diese Behauptung, ohne sich davon zu distanzieren. Siehe Screenshot oben.

Nun wird die ganz große Keule hervorgeholt, statt einen ritterlichen Rückzug anzutreten.

Zur Presseinformation von Innenminister Lorenz Caffier „Mehmet Turgut war 1998 noch kein Opfer von Nazi-Attacken“, in der er dem innenpolitischen Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, u.a. Populismus unterstellt und indirekt der Lüge bezichtigt, erklären Peter Ritter sowie die Abgeordneten der Linksfraktion im Bundestag, Martina Renner und Petra Pau:

Ritter: „Diese Darstellung muss ich auf Schärfste zurückweisen. Caffier unterstellt der Bundestagsabgeordneten Martina Renner Äußerungen, die in dieser Form nie getätigt wurden. …“

Da geht die Kacke schon wieder los. Siehe Screenshot oben. Sie wurden so behauptet und sind genau so auf der Internetseite dieser Frau Renner nachlesbar. Und was der im Schweriner Innenministerium zuständige Sachbearbeiter exakt aufschreiben ließ, das steht weiter oben. Der Rest dieses schriftlichen Gemeinschaftswerkes von Ritter/Renner/Pau ist Politblödelei, mit der wir die geneigten Leser des Blogs nicht nerven wollen. Ritter ist auch nur ein Kämpfer an der Laberkant mit leichter Tendenz zur Legasthenie und/oder Vergeßlichkeit. Er hat im Interesse der politischen Sache eine Stunde später schon wieder vergessen, was der politische Gegner wirklich erklärt hat.

Mit Präzision haben es die Linken also nicht, so es der Sache dienlich sein muß. Turgut war Kurde. Eine PKK-gestählte Frau Renner muß sowas wissen. Und da sie ja aktenfit wie ein Turnschuh ist, kann sie bei der Gelegenheit auch gleich noch die Ermittlungsakte „Böhnhardt & Mundlos – Tötungsverbrechen zum Nachteil von Turgut“ ziehen, in der alle Beweise für die schändliche Tat versammelt sind. Aktenzeichen als solches reicht erst mal. Damit man weiß, wo man die Beweise findet.

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3 comments

    1. Nein, denn es gibt Verwahrung der Verteidigung.
      —–
      http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-kripobeamter-sagt-zu-mord-an-mehmet-turgut-aus-a-929586-druck.html

      In der Anklageschrift heißt der Getötete noch „Yunus“ Turgut. Tatsächlich war aber der zwei Jahre ältere Mehmet umgebracht worden. „Können Sie etwas zu den Belastungen sagen, denen die Angehörigen des Opfers ausgesetzt waren?“, fragt der Senatsvorsitzende Manfred Götzl einen weiteren Zeugen aus der Rostocker Kriminalpolizei. „Wir haben, da das Motiv für die Tat nicht klar war, Ermittlungen zum Opfer betrieben. Das ist üblich“, antwortet der Zeuge. Es habe Hinweise auf organisierte Kriminalität gegeben wie Geldwäsche und möglicherweise Drogendelikte. „Die Ermittlungen in diese Richtung überwogen.“

      Tatsächlich hatten die Brüder Yunus und Mehmet Turgut bei den deutschen Behörden durch den Tausch ihrer Identitäten Verwirrung gestiftet. Yunus, der wahrscheinlich Mehmet war, fiel seit 1994 mehrfach auf, weil seine Asylanträge jeweils negativ beschieden wurden. Er war abgeschoben worden. Trotzdem erschien er immer wieder in Deutschland und hielt sich hier illegal auf. An dem Kebab-Grill in Rostock, wo er zuletzt als Bedienung arbeitete, kannte man Mehmet Turgut als „Hassan“. Der Besitzer des Imbisses sagt zwar, Mehmet sei nur sein „Gast“ gewesen. Aber das muss er wohl, um nicht Ärger mit den Behörden zu bekommen. …

      Die Wohlleben-Verteidigung, vor allem Nicole Schneiders, die in der rechten Szene bekannte Anwältin, stochert in den Turgut-Akten. „Ich verwahre mich nachdrücklich gegen jeden Versuch“, entgegnet Bernd Behnke, einer der Opferanwälte, „dass mögliche Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der Familie Turgut hier in die Verhandlung Eingang finden. Hier geht es um schwerste Tötungsverbrechen. Das ist das falsche Gelände für Versuche, die Familie in Misskredit zu bringen.“
      —–
      Tja, da hatte die KriPo offenbar überwiegend den richtigen Riecher.

      Bleibt offen, wer wirklich ermordet wurde. Das werden wir wohl nie erfahren.

      https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/19027/1092656 Stand 28.11.2007 (nach Mord an Kiesewetter, aber Video war schon fertig)

      1. 2003 reiste der Turgut via Wien-Schwechat per Flieger ein, wieder mal illegal… danach sass er dann in Abschiebehaft in Güstrow, wurde aber nicht abgeschoben, sondern entlassen… verkorkstes System schon damals bei den Sicherheitsbehörden.

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