Heilbronn am 25.04.2007. Der Tagesablauf, Teil 6

eine Serie von @riemenkarl

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Unmittelbare Nachtatphase. Ungefähr nach 14:10 UHR.

Weiter mit den Zeugen.

Anmerkung:

Alle aufgeführten Uhrzeiten sind nicht zweifelsfrei klar. Es sind nur Schätzwerte (der Zeugen). Manche von ihnen wurden mit Hilfe von anderen Zeugenaussagen über die gleiche Sichtung abgeglichen, um dadurch den „Mittelwert“ an zu nehmen. Zur genauen Ermittlung von Wegstrecken (Zeiten für Fahrt- und Fußweg) wurde Google Maps verwendet.

14:10/:12 UHR + weitere Minuten, Mustafa K.

Der Zeuge Peter S. kommt am Bahnhof an und berichtet dem Taxi-Fahrer Mustafa Kandil über das eben Gesehene auf der Theresienwiese. Da Mustafa K. Schwierigkeiten beim Absetzen des Notrufs hat, reicht er sein Handy weiter an Peter S. der den Notruf absetzt. Dieser geht über Mustafa K.s Handy bei der Leitstelle um 14:12 UHR ein. Zwei weitere Taxi-Fahrer, Ralph D. und Marianne Barbara H., bekommen den abgesetzten Notruf und das Gespräch über die Tat mit. Beide Taxifahrer (Ralf D. und Marianne Barbara H.) fahren unmittelbar danach gemeinsam in einem Taxi los, um sich der Situation auf der Theresienwiese zu vergewissern. Mustafa K. macht nach Beendigung des Gespräches ebenfalls auf den Weg zur Theresienwiese.

Anmerkung:

Notrufende/Telefonat verm. gegen 14:14/15 UHR. Zeiten nicht klar (Schätzwert). Ralf D. und Marianne Barbara H. befinden bereits am Tatort (ungefähr ab 14:13 UHR+).

Als Mustafa K. ebenfalls am Tatort eintrifft kommen auch fast zeitgleich die ersten offiziellen Polizisten an. Von diesen Polizisten werden die Personalien der Anwesenden aufgenommen. Anschließend werden die Zeugen weggeschickt. Mustafa K. bemerkt am Tatort einen jungen Mann der sich in unmittelbarer Nähe am Trafohaus befindet und auf einer Eisenstange am Trafohaus angelehnt gewesen sei. Dieser junge Mann soll sich von hinten an den Streifenwagen angenähert und die Szene beobachtet haben, woraufhin der junge Mann anschließend verschwand. Diesen beschreibt er wie folgt: Schwarze Haare, rotes T-Shirt und circa 25 Jahre alt. Ferner sieht er zwei junge Männer auf der Brücke.

Anmerkung:

Mustafa K. ruft um 14:12 UHR bei der Leitstelle an. Das Telefonat/Notruf wird zeitgleich von den beiden Taxifahrern mitgehört. Daraufhin machen sich beide umgehend auf den Weg zur Theresienwiese. Die geschätzte Fahr-Zeit (laut Google-maps) vom Taxi-Stand am Bahnhof bis zur Theresienwiese, beträgt mit dem Auto circa zwei Minuten. Die geschätzte Ankunft-Zeit der beiden Taxifahrer 14:13/14 UHR. Wer war dieser Mann hinterm Trafo-Haus? Arthur Christ? Ähnlich vermuteten dies auch die Ermittler durch das Phantombild von Loretta E. Vermutlich sind mit den beiden jungen Männern die beiden Zeugen Devinder und Pargath S. gemeint. Zur Reihenfolge der Ankunft auf der Theresienwiese: Erst kommen Ralf D. und Marianne Barbara H. an, dann Mustafa K. und mit ihm fast zeitgleich die ersten Polizisten. Anschließend wird er mit Antreffen der ersten „offiziellen“ Polizisten davon gejagt. <- Geschätzt circa 14:20 UHR.

Siehe: Quelle: Heimatschutz. Ungekürzte Passagen http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/04/21/hn-wer-waren-die-ersten-polizisten-am-tatort/

14:12:24 UHR, telefonischer Notruf geht bei der PD Heilbronn ein

Angeschossene Polizisten auf der Theresienwiese. Abgesetzt vom Zeugen Peter S. über Mustafa K. Handy.

14:13/:15 UHR, Ralf D.

Der Zeuge hört das Gespräch über den Vorfall auf der Theresienwiese und den Notruf von Peter S. und Mustafa K. mit. Er fordert daraufhin seine Kollegin Marianne Barbara H. auf mit ihm mit zu fahren, um sich vor Ort der Situation zu vergewissern. Beide fahren vom Bahnhof aus sofort zur Theresienwiese.

Anmerkung:

Geschätzte Ankunftszeit, wenige Minuten nach dem Notruf, circa 14:14/15 UHR (Weg/Zeit-Berechnung. google-maps).

Beide treffen am Tatort ein. Am Polizeiauto sind beide Türen geöffnet. An der Fahrerseite liegt der Polizist am Boden, auf der Beifahrerseite die Polizistin mit den Füßen im Fußraum. Unmittelbar danach ruft er die Polizei an. Kurze Zeit darauf trifft ein Streifenwagen ein.

14:13/:15 UHR, Marianne Barbara H.

Die Zeugin hört den Notruf von Peter S. und Mustafa K. mit, woraufhin sie und ihr Kollege Ralf D. in seinem Taxi zum Tatort fuhren. Vor Ort angekommen, gibt sie an, dass beide Türen offen gestanden sind. An der untersten Ecke der Brücke sieht sie zwei ausländische Jugendliche, vermutlich die beiden Singhs.

Anmerkung:

Geschätzte Ankunftszeit, wenige Minuten nach dem Notruf, circa 14:14/15 UHR (google-maps). Devinder S. und Pargath S. kommen nur wenige Minuten später als beide Taxifahrer an den Tatort.

14:10/:15 Uhr, Devinder S.

Beide Zeugen (Pargat und Devinder S.) kamen kurz nach der Tat über die Brücke in Richtung Theresienwiese. Der Zeuge bemerkte die offen stehende Fahrertür des Polizeiautos, worin eine Beamtin nach vorne gebeugt auf dem Fahrersitz saß. Kurze Zeit später traf ein Taxi ein. Unmittelbar danach kam der erste Streifenwagen dazu.

Anmerkung:

Antreffendes Taxi besetzt mit Ralf D. und Marianne Barbara H.

Befragt nach allgemeinen Auffälligkeiten zur Theresienwiese in den letzten Wochen:

Die Polizeiauto Sichtungen auf der Theresienwiese sind dem Zeugen erst seit circa zwei Wochen von der Tat zurück gerechnet aufgefallen. Auch gab es in dieser Zeit Sichtungen von nicht nur einem, sondern auch von zwei Polizeiautos welche dort gestanden haben. Er geht diesen Weg seit Jahren täglich.

Anmerkung:

Er kommt gleichzeitig mit Pargath S. die Brücke entlang. Widersprüchlich: Sagte ebenfalls aus, dass die Polizistin auf dem Fahrersitz zur Seite übergebeugt sitzt (hängt?). Anschließend kommen Taxifahrer Ralf D. und Marianne Barbara H. Kurz darauf die ersten Streifenwagen. Polizeiauto-Sichtungen, auch mit mehreren Streifenwagen, bemerkte der Zeuge jedoch erst seit circa zwei Wochen vor der Tat!

14:10/:15 UHR, Pargath S.

Bemerkt beim Überqueren der Brücke ein Polizeifahrzeug am Trafohaus. Neben dem Fahrzeug liegt eine Polizistin am Boden (noch auf der Brücke). Er geht an den Tatort heran und bemerkt nachdem Beide auf den Streifenwagen zugehen und fast in Front des Fahrzeuges stehen, dass ein Polizeibeamter auf der Beifahrerseite liegt. Beim näheren Herangehen unmittelbar an den Tatort (bis circa 4 bis 5m), bemerken beide sie einen Taxifahrer und sprechen diesen an um Hilfe an zu fordern (wahrscheinlich Ralf D.). Dieser versucht daraufhin telefonisch einen Notruf ab zu setzen, woraufhin bald die ersten Streifenwagen ankommen.

Anmerkung:

Er kommt gleichzeitig mit Devinder S. am Tatort an. Sieht die Polizisten neben dem Streifenwagen liegen. Auch der Polizist liegt daneben (Der Zeuge gibt deutlich 14:10 UHR an da er zu diesem Zeitpunkt auf sein Handy schaute um Hilfe zu rufen).

14:00/:15UHR (vermutlich 14:13UHR+), Hermina Z.

Die Zeugin lief über die Brücke von Böckingen kommend nach Heilbronn. Beim Überqueren der Brücke sah sie den Streifenwagen. Bis auf 20m herangekommen, konnte sie eine blutüberströmte Person erkennen, die neben dem Fahrzeug lag aber die Beine noch im Fahrzeug hatte. Die am Boden liegende Person beschrieb sie aufgrund ihrer Statur als Polizistin. Während dieser Beobachtung stellte sie einen Taxifahrer fest, dessen Taxi sich mit geöffneten Türen vor dem Streifenwagen befand. Im nächsten Moment kam eine herannahende Streife, die der Taxifahrer (verm. Ralf D.) versuchte mit Handzeichen auf die Unfallstelle aufmerksam zu machen. Als die Streife eintrifft, stieg der Polizist aus, ging zur verletzten Person auf der Fahrerseite und fasste diese am Kopf an. Danach ging er umgehend auf die Beifahrerseite. Anschließend habe er zweimal „Scheiße, Scheiße“ gesagt und mit seinem Handy telefoniert.

Anmerkung:

Die Zeugin konnte in der ersten Vernehmung nicht sagen, ob es sich bei dem Polizisten auf der Fahrerseite um einen männlichen oder eine weibliche Person handelt. Später gab sie diese als Polizistin an. Bei einer anderen Darstellung in den Akten, ist bei ihrer Aussage vom einen Polizisten die Rede, der auf der Fahrerseite neben dem Auto liegt. Der eintreffende Polizist fast die am Boden liegende Person (Polizistin lt. Zeugin?) am Kopf an (Überprüfung auf Vitalfunktion?). Er zieht sie NICHT aus dem Auto, so wie PM Kerstin K., PHK Joachim T. und PHK Jörg H. angegeben haben, da die Person laut der Zeugin neben dem Auto lag! Außerdem gaben beide Polizisten an, dass sie erst gegen 14:20/22 UHR am Tatort ankamen! Mit wem telefoniert der Polizist? Wurde hier ein zweiter Notruf abgesetzt oder war das Telefonat anderer Natur? Das Telefonat erwähnt keiner der drei offiziellen ersten Beamten in ihren Aussagen!

14:10/20 UHR, Zeuge Anton M.

Der Zeuge befuhr mit seinem Fahrrad den Weg parallel des Neckars von der Böckinger Brücke zur Otto Konz Brücke, wo er nach ungefähr 500m drei Personen bemerkte die ihm entgegen kamen. Zwei Männer und eine Frau mit Kopftuch. Einer von Ihnen wusch sich (augenscheinlich) die blutverschmierten Hände im Neckar. Später sah der Zeuge die drei Personen erneut im Bereich Wertwiesenpark, woraufhin er den Eindruck hatte, dass diese sich vor ihm verstecken würden. An der Stelle wo sich einer der Männer seine Hände wusch, fand man am 27.04.2007 blutverschmierte Taschentücher. Phantombilder wurden gefertigt.

Anmerkung:

Der Zeuge machte die erste Aussage am 12.05.2009. Wie seine Zeugenaussagen zu bewerten sind ist fraglich. Er machte seine Angaben erst Jahre später. Auffallend ist aber, dass seine Schilderungen zu dem sich am Neckar waschenden Mann mit dem Fundort der blutverschmierten Taschentücher übereinstimmen. Die Zeit der Sichtung ergibt sich aus der Wegstreckenermittlung und durch seine Darstellungen. Die asservierten und untersuchten Taschentücher erbrachten keine auswertbaren DNA-Ergebnisse (keine Übereinstimmung von z.B. dem Blut der beiden Opfer). Die Ermittlungen in die Richtung dieser Spur ergaben (bis zum 04.11.2011) keine zielführenden Ergebnisse.

14:14UHR (ungefähr), Erste Meldung aus Zentrale über Funk an

Polizeieinheiten. Angeschossene Kollegin auf der Theresienwiese.

Der Notruf von Peter S. dauert vermutlich noch an.

Anmerkung:

Die Beamten waren nur wenige Minuten nach der Meldung aus der Zentrale am Tatort.

Geht man nach den ersten Tatortzeugen und deren Zeitangaben, treffen vermutlich ab jetzt ungefähr (gegen 14:15/16 UHR

die ersten (inoffiziellen) Polizisten am Tatort ein. Angeblich soll der Sachverhalt in der Funkzentralle um 14:18 UHR

vollständig aufgenommen worden sein (durch eine Funkmeldung von einer Kollegin vor Ort?).

14:15 UHR (ungefähr), Tatortbereichsfahndung R-5

Tatortbereichsfahndung im Radius von 5 km wird ausgelöst.

14:16/18 UHR, Die Ankunft der ersten Beamten am Tatort?

14:18 UHR, Funkspruch einer unbekannten Polizistin vor Ort

Kollegin EX, Kollege schwer verletzt. Notarzt ist vor Ort“. Der Funkspruch wird von einer Frau abgegeben die ihren Namen nicht nennt.

Anmerkung:

Die erwähnte Zeit ergibt sich durch die Zeitangaben der ersten Zeugen am Tatort (u.a.Taxifahrer. Grundlage für diese Schätzung: Beginn des Notrufes von Mustafa K. und Peter S., 14:12 UHR, plus ungefähre Gesprächsdauer 2min, plus geschätzte Fahrtdauer vom Bahnhof zur Theresienwiese (lt. Google maps) 1min. Ergibt ungefähre Ankunftzeit 14:15 UHR.

Angenommen der Notruf dauerte 2 Minuten (die Leitstelle nahm den Sachverhalt gegen 14:14 UHR auf) und Mustafa K. machte sich danach umgehend auf den Weg, so kam er vermutlich gegen 14:15/16UHR ebenfalls am Tatort an. Fast zeitgleich (oder kurz danach) trafen die ersten Polizisten ein.

Wenn man nach der oben stehenden Milchmädchen-Rechnung anhand der Zeugenaussagen geht, dann müssen die ersten Polizisten ungefähr in oben dargestelltem Zeitraum -und früher als es die offizielle Darstellung sagt- da gewesen sein! Die ersten offiziellen Beamten sollen PHK Joachim T., PMin Kerstin K. und PHK H. gewesen sein. Die beiden erstgenannten Polizisten bildeten eine Streife. Angeblich kam PHK Jörg H. anschließend dazu. Der erste „offizielle“ Funkspruch wurde um 14:18 UHR von einer weiblichen Polizistin (die Ihren Namen nicht nannte) vom Tatort abgegeben. Diesen Funkspruch soll angeblich PMin Kerstin K. abgegeben haben. PMin Kerstin K. befand sich jedoch um 14:15 UHR nachweislich noch im Funkraum der PD Heilbronn. Das rechtzeitige Eintreffen beider Polizisten am Tatort, ist aufgrund der Strecke und der damit verbundenen Dauer unmöglich. Diese Zeitangabe wurde dann später mit 14:20/22 UHR angegeben. Laut dieser Darstellung heißt das im Umkehrschluss, wenn PMin Kerstin K. und ihre Kollegen gegen 14:20/22 UHR angekommen sein wollen, kann sie nicht den Funkspruch vor Ort um 14:18 UHR abgesetzt haben! Eine „alternative“ weibliche Beamtin am Funkgerät hat es nie gegeben. Offiziell war es immer PMin Kerstin K.! Nicht nur diese Gründe sprechen dagegen. Alle drei offiziell ersten Beamten wurden nicht auf der Opferbekleidung nachgewiesen (DNA), obwohl sie Ersthelfer-Maßnahmen geleistet haben wollen! In diesem Zusammenhang hatte man auch angefordert die Schutzweste (welche die Ersthelfer Martin Arnold ausgezogen haben) auf DNA zu untersuchen – was aber nicht geschah!

ERGO: PMin Kerstin K., PHK Joachim T. und PHK Jörg H. waren sehr wahrscheinlich nicht die ersten „offiziellen“ Polizisten.

Eine andere interessante Frage: Wer genau waren also dann diese Beamten und warum waren sie schon so schnell vor Ort, wenn der Notruf von Peter S. und Mustafa K. zum oben genannten Zeitpunkt vermutlich gerade so beendet wurde? Die Beamten hätten in unmittelbarer Nähe sein müssen, wenn der Funkspruch der Leitstelle um 14:14 UHR an die umliegenden Einheiten ausgegeben wurde! Oder anders gedacht:

SIE HÄTTEN FRÜHER ÜBER DEN VORFALL INFORMIERT WORDEN SEIN MÜSSEN!

Wer könnten also diese Beamten gewesen sein? Die Wahrscheinlichkeit eines früheren Notrufes liegt nahe!

Man denke hierbei wieder an die Polizeiwagen-Sichtungen von kurz nach 14:00 UHR…

https://sicherungsblog.wordpress.com/tag/susanne-motz/

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/12/19/warum-verweigert-phk-susanne-motz-eine-dna-probe-und-akten-uber-kiesewetters-noep-einsatze/

Gegen 14:20/22 UHR, Erste Polizisten – nach zweiter offizieller Darstellung

Die angeblich ersten „offiziellen“ Beamten am Tatort, sollen PMin Kerstin K., PHK Joachim T. und PHK H. gewesen sein.

Anmerkung:

Die angegebene Uhrzeit der Beamten PMin Kerstin K. und PHK Joachim T. zum Antreffen am Tatort, ist hierbei ebenfalls zeitlich sehr knapp. Alle drei wollen mehr oder weniger Ersthelfer-Maßnahmen durchgeführt haben. Die Zeugin Hermina Z., welche das Eintreffen der Polizisten und die darauffolgenden Szenen beobachtete, verlor in ihrer Aussage kein Wort über Ersthelfer-Maßnahmen der Polizisten, obwohl sie das Antreffen der ersten Beamten genau schildert. Auch nicht darüber, dass Michele Kiesewetter von Polizisten aus dem Auto gezogen worden sein soll! Der Polizist fasste der am Boden liegenden verletzten Beamtin lediglich an den Kopf und ging dann zur Beifahrerseite. Auch erwähnt keiner der „offiziellen“ drei Beamten, dass einer von ihnen telefoniert haben will – was die Zeugin aber beobachtete! Es ist sehr unwahrscheinlich dass diese drei jene ersten Beamten waren. Wer traf in diesem Zeitraum (oder kurz danach) dort alles ein?

Vielleicht auch die BFE-523 Angehörigen Uwe B. und Timo H.? Diese befanden sich am Bahnhof, circa 3 Minuten per PKW von der Theresienwiese entfernt.

14:22 UHR, Frau Dr. Schröder. Notärztin.

Sie stellt zur genannten Zeit den Tod von Michele Kiesewetter fest. Alle anderen Rettungskräfte kommen wenige Minuten später am Tatort an.

Anmerkung:

Von Ihr gibt es kein Protokoll in den Akten, welche ihre Darstellung auf der Theresienwiese und ihres Einsatzes wiederspiegelt. Auch so etwas wie eine Zeugenaussage gibt es nicht. Lediglich den Vermerk, dass sie den Tod von Michele Kiesewetter festgestellt hat. Ihre DNA wurde außerdem ebenfalls nicht auf der Opferbekleidung festgestellt. Ebenso wie die der angeblich ersten offiziellen Kollegen, die unter anderem auch Erste-Hilfe Maßnahmen geleistet haben wollen. Die Notärztin muss gegen kurz vor 14:18/20 UHR (ungefähr) eingetroffen sein, um wenige Augenblicke danach den Tod von Michele Kiesewetter fest zu stellen. Die Uhrzeit ergibt sich auch aus dem Funkspruch der unbekannten Polizisten von 14:18 UHR, die da sagte, „Notarzt ist vor Ort“.

14:30 UHR, Anonymer HWG. Beobachtung in der Sontheimer Straße.

Die Vertrauensperson 1749 der Polizei Heilbronn gab zum Tattag an, in der Sontheimer Straße Richtung Stadtmitte zu laufen, wo er einen blutverschmierten Mann sah der in ein wartendes Auto hechtete. Der Mann war am Unterarm blutverschmiert und habe dort eine Tätowierung in Form von Kreuz auf Hügel gehabt. Er soll muskulös, schlank, 1,80m circa 30 Jahre alt gewesen sein und hatte kurze blonde, zum Mittelscheitel gekämmte Haare. Er beschrieb ihn als „Russe“. Während er die Beobachtung machte, hechtete der beschriebene Mann eine Böschung vom Wertwiesen-Park her kommend, quer über die Fahrbahn in ein wartendes Auto. Er sprang in einen wartenden, dunklen, blauen Audi 80 mit Mosbacher Kennzeichen. Der Fahrer habe ihm „Dawai dawai“ zugerufen. Angaben zum Fahrer konnte er nicht machen. Der Zeuge korrigierte später seine Uhrzeitangabe und gab diese mit 14:30 UHR an. Vorher wurde die Zeit mit 13:40 Uhr angegeben.

Anmerkung:

Zur Spur 22. Der besagte blaue / dunkle Audi 80 (oder A4) mit Mosbacher Kennzeichen, wurde am selben Tag gegen 11:30 UHR in der Hafenstraße in Heilbronn gesichtet. Die drei Männer, die dem Audi zugerechnet werden, unterhielten und stritten sich lautstark. Die Männer seien ebenfalls „Russen“ gewesen. An dem besagten Aufenthaltsort wurden später Zigarettenkippen und ein Einwegfeuerzeug gefunden. Zur Personenbeschreibung der drei Männer ist nur bekannt, dass es junge Leute und ausschließlich „Russen“ gewesen sein sollen. Auch fällt hier wieder die Beschreibung des Autos auf, die eine deutliche Verbindung zu den Beobachtungen der Zeugen kurz vor und nach der Tat darstellt könnte.

14:30/40 UHR, Die Tatortermittler kommen am Tatort an.

Anmerkung:

Wann wurde Michele Kiesewetter aus dem Auto gehoben? Laut den offiziellen Beamten direkt nachdem sie eintrafen. Die Zeugenaussagen die am Tatort waren sprechen zum Teil dagegen. Drei von vier Zeugen sagen, dass die Polizisten außerhalb des Autos lagen! Die Tatortgruppe vermerkt bei ihrem Eintreffen, dass die Tote neben dem Auto unter einer schwarzen Plane liegt.

14:40 UHR, Timo H. Gruppenführer BFE-523 am Tatort

Der BFE-523 Beamte Timo H. ruft den Chef der Einheit Thomas B. an. Die tote Michele Kiesewetter läge neben ihm.

14:40 UHR und weitere Minuten, Daniel S. BFE-523

Der BFE-523-Beamte kontrollierte zur genannten Zeit Personen auf der Theresienwiese.

Auffallend hierbei: er hatte an diesem Tag offiziell Urlaub! Zudem wurde seine DNA auf der Opferbekleidung nachgewiesen.

Anmerkung:

Trotz der dazwischen liegenden Grundreinigung des BMWs fand man neben seiner DNA noch drei weitere Kollegen-DNAs auf den Opfern. Zum Teil an ungewöhnlichen Stellen die eher unwahrscheinlich durch äußere Berührung oder DNA Verschleppung übertragen werden könnten. Erklärt wurde dies damit, dass man innerhalb des Kollegenkreises Ausrüstungsgegenstände untereinander gelegentlich tauschen würde.

14:45 UHR, Martin Arnold wird ins Klinikum Ludwigsburg abgeflogen

15:25 UHR, Thomas B. am Tatort. Chef der BFE-523

Zur genannten Uhrzeit ruft Thomas B. das Handy der toten Michele Kiesewetter an. Während des Anrufes steht er unmittelbar neben ihr.

Anmerkung:

Warum rief er die tote neben ihm liegende Michele Kiesewetter an? Um das Handy zu finden? Es gibt ein Handy von ihr welches offensichtlich verschwunden ist (besaß zwei private Handys. Eines fehlt). Was sollte diese Handlung bezwecken? Was hätte man auf diesem Handy finden können? Absprachen für einen Diensttausch oder ähnliches?

Noch am selben Nachmittag wurde die Sonderkommission „Parkplatz“ ins Leben gerufen. Die Ermittlungen endeten mit insgesamt drei SOKO-Leitern am 04.11.2011 ohne Ergebnis. Ab jenem magischen Datum entwickelte der Fall eine interessante Eigendynamik.

Die Täter waren „klar“. NSU.

4 comments

  1. sehr umfangreiche korrekte Aufdröselung der Ereignisse rund um den Tatort. Korrekt und akribisch ermittelt wurde aber da scheinbar nicht, wie es eigentlich vorgeschrieben ist. Da wurde einiges vertuscht oder einfach weg gelassen.

    Wenn das die Uwes gewesen sein sollen, wo war das WoMo abgestellt in der Zeit ? Das wäre dort doch in der Nähe aufgefallen. Mit einem WoMo bekommt man nicht so leicht einen Parkplatz. Waren sie mit den Rädern unterwegs, wären sie auch jemanden begegnet, die waren groß und sicher nicht zu übersehen.

  2. Ich bin der Meinung, dass der „richtige“ Notarzt erst viel später eintraf, vielleicht sogar erst gegen 14:30. Der Tod wurde wahrscheinlich durch einen Polizisten festgestellt und im nach hinein dem Notarzt zugeordnet .Der damalige Revierleiter von Heilbronn Andreas M., der noch nach den Polizisten Thomas/Kind und Hinterer kam, sagte im UA/BW er wäre zwischen 14:20 und 14:25 angekommen und es wäre noch kein Notarzt vor Ort gewesen! Er selber hätte nochmals Puls an Arm und Hals gefühlt um den Tod festzustellen. Da MK schon „eiskalt“ gewesen war, wäre er davon ausgegangen, das sie schon länger tot gewesen sein müsste………….

    1. sehr interessant, eiskalt, schon länger tot, und im streifenwagen drapiert?
      an einem sonnigen tag kühlt niemand binnen 25 minuten aus…

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