„Trio war für den Staat tätig“. Fein, aber für wen genau? Teil 3

Es geht immer noch um das nicht nachvollziehbare Versagen der Fahndung in den Jahren 1998 und 1999, und es geht darum Belege zu finden, wer das Trio schützte.

Im letzten Teil hatten wir bereits Jürgen Helbig, den 1. Kontaktmann nach Sachsen, und Jürgen Helbig wurde erst  1 Jahr später befragt, als er schon nicht mehr der Kontaktmann war. Angeblich war Helbig gut 1 Jahr der Kontaktmann, also bis ca. April 1999. Angeblich versuchte das TLfV ihn 1998 anzuwerben, die Polizei vernahm ihn jedoch nicht, observierte ihn nur. Siehe Teil 2.

In Mellrichstadt, Bundeswehr-Kaserne, am 27.5.1999, wurde Helbig schliesslich vernommen, es wurden ihm Observationsfotos vorgelegt, und diese Befragung ist sehr interessant, weil die Aktenlage der Aussage Wunderlichs im Bundestagsausschuss total widerspricht.

Es gab 2 Vernehmungen Helbigs damals: Eine durch Wunderlich und Staatschutzmann Dressler, in der Kaserne, und eine spätere des MAD, ohne die Polizei. Beide 1999.

51-40Ist etwas verwirrend, weil die 1. Vernehmung laut Wunderlich im Beisein des MAD (ein Herr Müller) durchgeführt worden sei, im Aktenvermerk Wunderlichs jedoch steht, dass der MAD erst am Ende hinzu gekommen sei.

51-4151-42

Das passt nicht zum Aktenvermerk, den Wunderlich danach schreib, und Binninger hielt ihm das auch vor:

51-43Offensichtlich stimmt nur eine Version.

Entweder die, welche Wunderlich aussagte, oder die, welche er in die Akten schrieb. Helbig erkannte 2012 als seinen Kontaktmann in Sachsen 1998 den „NSU-Wohnungsvermieter“ Matthias Dienelt, und dessen Kennzeichen hatte man ebenfalls fotografiert. Warum passierte dann aber nichts?

Wir bieten einen Link an, vom 21.11.2011:

51-44Wie hiess der MAD-Spitzel?

Warum muss Matthias Dienelt nicht aussagen, weil er seit 4,5 Jahren mittels offenem Ermittlungsverfahren von der BAW beschützt wird? Warum waren die MAD-Spitzel niemals Thema in den Medien, sondern nur die vom Verfassungsschutz?

Die Operation Rennsteig wurde vom BfV, vom TLfV, vom Bayerischen LfV und vom MAD ab 1995 bis 2003 durchgeführt. Das Ziel war die Gewinnung von Informanten in der Rechten Szene.

Man muss da sehr erfolgreich gewesen sein…

51-45Beim Spiegel heisst sie „Safira“ oder Saphira.

Die schützende Hand des Trios war nicht eine Hand, es waren mehrere… und das ab 1998. Es war der TLKA-Staatsschutz, es war das TLfV, es war der MAD, es war die Thüringer Justiz. Die Zielfahndung versagte planmässig, sieht so aus. Wer koordinierte den Schutz?

Ende Teil 3.

8 comments

  1. Es gibt nicht mal Wehrdienst bei der BW, wenn zuvor eine Einstufung als „Rechtsextremist“ erfolgt ist. Selbst bei Tauglichkeit „1“. Wussten die Linken in der BRD nicht, sonst hätten sie sich das Umziehen nach Berlin oder jahrelange Prozesse recht einfach ersparen können. Entweder war Mundlos kein „Nazi“ oder er war bereits zu seinen BW-Zeiten „unter Vertrag“ bei einer Behörde.
    Das Wunderlich im Verhör den MAD-Mann einfach rausschickt, ist Unsinn. Er ist der Zivilist, der Verhörte und der MAD-Mann Militärs. Der zivile Polizist erteilt in einer militärischen Liegenschaft keinerlei Anweisungen. Es ist absolut üblich, dass ein militärischer Dienstgrad Verhören der (zivilen) Polizei beiwohnt, sonst könnte die Polizei den zu Verhörenden ja einfach normal vorladen. Die Polizei hat in diesem Fall einfach keine Befugnisse. Punkt.

  2. ich habe mich immer gefragt, warum der MAD schon am 04.11. am Wohnmobil scheinbar aufgetaucht ist und ich fragte mich, was hat der MAD damit zu tun. Jetzt ist mir das klar, die 3 haben vermutlich für mehrere Dienste gearbeitet. Bei ihrem Ruf konnten sie sich überall bewegen, ob rechte Szene, ob potentielle Terroristen. Die 3 waren für mich sicher eine Aushorchzelle

  3. @Hegewald: stimmt so sicher nicht. Ich hatte mich freiwillig gemeldet in den 60er Jahren, wurde abgelehnt, man hätte genügend Freiwillige. 14 Tage später kam der Einberufungsbescheid. Kein Mensch hat mich nach der politischen Gesinnung oder Nähe gefragt. Nach der Ausbildung konnte man sich dann freiwillig melden, das konnte nicht abgelehnt werden was ich auch dann tat. Niemals wurde ich befragt, der MAD hat sich um seine Aufgabe gekümmert, „militärischer Abschirmdienst“. Zum Ende der Dienstzeit wurde ich angesprochen ob ich in den MAD eintreten wolle. Wollte ich aber nicht bin in die Zivilindustrie gegangen

    1. Ich rede nicht von den 60ern. Da waren die Meisten hier noch nicht mal geboren. Ich rede von der Zeit nach Oktoberfestattentat und VSBD-Verbot. Warum ich es weiß? Weil ich und meine Freunde (auch die mit BND-Vätern) alle voll tauglich gemustert wurden, aber eine Geisterhand dafür gesorgt hat, dass wir trotz freiwilliger Bewerbung (Köln) nicht einmal je zum Wehrdienst gezogen wurden. Ein BND-Mann hat uns nie befragt. Der „NSU-Staat“ hat uns einfach alle (trotz erfolgter positiver Musterung) plötzlich vergessen. In den 60ern waren doch ein Großteil der Soldaten noch echte Ex-„Nazis“, da hätte die BW Mannstärke 10.000 gehabt, wenn man alle „Nazis“ nach Hause geschickt hätte.

  4. Ich muss mich meinem Vorredner anschließen.
    Gut, ich war 2006 zur Musterung und dann 2007 beim Bund.
    Auch ich bin bei der Musterung nicht gefragt worden ob ich eine politische Einstellung, Gesinnung etc. habe.
    Nun, ich hatte auch keine Vorstrafen wegen politischen Delikten oder so was in der Richtung.
    Ich denke, das nach der Musterung eine Abfrage nach meinem Vorstrafenregister erfolgt ist und gut. Wenn das nicht i.O. gewesen wäre, hätte man mich vielleicht auch nicht gezogen, wer weiß das schon.

  5. Musterungsbescheid erhielt ich schon mit 17 Jahren, ließ mich wegen Schule / Ausbildung dann 2x zurückstellen.
    Ende der 90er (während Ausbildung) wurde ich dann gemustert und brauchte weder zur Bundeswehr – noch Ersatzdienst leisten. Vermutlich galt ich als „sozialethisch desorientiert“.

    Ein guter Bekannter hatte (ca. 1 Jahr zuvor) während seiner Grundwehrdienstzeit Besuch vom MAD – die hätten ihm ganz genau und detailliert unterbreitet, WANN er WO und mit WEM war.
    (Konzerte, Demos etc. –> aber „kleiner Fisch“, unbescholten)

    Sinngemäß war seine Aussage: „.. die wußten mehr als ich selbst“

  6. Das primäre Verbrechen der Staatsillusion BRD, die eigentlich eine Kolonie mit fremdgesteuerter Verwaltung darstellt, besteht darin, jungen Menschen auf ihre berechtigten Fragen die (wahrheitsgemäße) Antwort über die eigene Geschichte (und Unfreiheit) zu verweigern. Die, die durch die permanenten Lügen der Kolonialverwaltung immer mehr zweifeln, egal ob „links“ oder „rechts“, werden gezielt radikalisiert und aufgehetzt, um sie dann als Drohkulisse für das Schafsvolk (die Mehrheit) zu verwenden. So lenkt man die Kolonie effektiv und hält sie im internationalen Gefüge „kastriert“. Sämtliche un- und scheinaufgeklärte Verbrechen seit 45, egal ob mit „RAF“ oder „WSG“ oder „NSU“ Scheinzusammenhang sind von der Kolonialverwaltung angeordnet, durchgeführt und vertuscht worden. Ohne Souveränität keine Freiheit, ohne Freiheit kein Recht.

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