Heilbronn: Das Chico-Problem, schlampige Ermittlungen. Manipulation?

Wo liegt das Problem?

Ganz allein und ausschliesslich bei der Soko Parkplatz-Prämisse:

Wer den Mord verübte nahm auch die Waffen.

Das ist der Kern des Chico-Problems mit den 10 Ordnern dazu.

Zuerst (2007) wird Serben-Roma Chico beschuldigt, von Verwandschaft des Sinti Adolf Heilig, er und seine Begleiterin hätten auf die Polizisten geschossen. Das löst umfangreiche Ermittlungen bei den Zigeunern aus, die sämtlich keine Aussage machten zum Tathergang: Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt.

.

Es wird Martin Arnold 2009 ein Bild von Chico vorgelegt, Arnold identifiziert Chico als den Mann, der auf ihn geschossen habe.

Die Ermittlungen in Serbien werden noch verstärkt, TK-Überwachung, LKA-Polizisten fahren dort hin, Lügendetektortest etc pp wird gemacht. 10 Ordner voll, da wurde also mächtig ermittelt. Chico streitet alles ab.

Es geht darum, ihm nachzuweisen, dass er überhaupt in Heilbronn war.

ABER man wertet die Überwachungscameras nicht frühzeitig aus, dort ist er nämlich angeblich drauf:

video1

.

Das macht man erst 2010:

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/08/29/die-auswertung-der-uberwachungskameras-erfolgte-erst-2010-und-chico-war-drauf/

Und da ist das Ermittlungsverfahren gegen Chico längst eingestellt, weil seine DNA nicht passte!

Das steht im vorigen Blogbeitrag: DNA der Zigarettenkippe aus Serbien passte nicht.

.

Martin Arnold beschrieb am 2.10.2010 erneut den Mann, der auf ihn geschossen habe:

reko heilbronn 3

Ist das Chico? Ist das der Mann, den er 2009 identifiziert hat?

Er ist es eher nicht.

.

Das Problem ist die Hypothese der Soko Parkplatz, dass die Schützen auch die Waffendiebe sind.

Wenn das stimmt, dann schliesst man aus, wessen DNA oder Fingerabdrücke nicht am Streifenwagen und auf den Opfern gefunden wurde, und so tat man es mit Chico und seiner Begleiterin: Keine Täter.

Wenn das aber nicht zutrifft, die Schützen also nicht die Waffendiebe waren, dann könnte Chico zwar Mörder sein, aber Waffendieb war er dann nicht. Man könnte also seitens der Ermittler aufgrund der fragwürdigen Prämisse einen Mörder ausgeschlossen haben. Und eine Beinahe-Mörderin auch.

.

Jetzt verstanden?

Wir wissen es nicht, aber die Aussagen und die Identifizierung und das Phantombild von Martin Arnold sind wertlos. Auch 2014 im Prozess hat Arnold rein garnichts beigetragen, weil er das nicht kann oder nicht will oder nicht wollen soll?

Das müssen Sie beurteilen.

.

hintermbusch: Die Endkunden interessieren sich letztlich nur für die Frage, wer Michèle Kiesewetter ermordet hat. Davon abgeleitet gibt es ein Interesse, ob es Chico gewesen sein könnte, und eines, warum die Ermittlungen so eine gottverdammte Sch..e waren.

Ja, er könnte es gewesen sein, aber Beweise gibt es nicht.

.

Zwischenablage06Warum? Im November 2010 zurück gestellt…

.

Zum Thema „gottverdammte Schei..e“ noch ein Detail:

Magazin P2000 mit 13 Polizeipatronen, gefunden 2008:

magazin p2000 losnummer-so122

.

Was tut man da? Ganz zu Anfang?

Man gleicht die Losnummern ab, ob das Munition der 5. BFE war. 

falsche lose

2012, BAO Trio-Ermittlungen zum NSU.

.

Was macht man 2008 beim LKA? Eine DNA-Analyse.

Man stellt fest: Nichts: Keine DNA. Fingerabdrücke wurden nicht geprüft. Eine Auswertung der Losnummmern ist nicht zu finden. Ballistik Ordner 27 enthält dazu garnichts.

so122

.

Am 15.01.2008 wurde in der S-Bahn der Linie 41 Pforzheim-KarlsruheGaggenau von einem Fahrgast ein Pistolenmagazin für eine Pistole H&K, Modell P 2000, aufgefunden und beim Polizeirevier Pforzheim-Nord abgegeben. Das Magazin war mit 1 3 Patronen des Kai. 9mm, Typ PEP (-Polizeieinsatzpatronen) befüljt. Kriminaltechnisch wurden das Magazin und die Patronen, bezeichnet als Asservat „SO.122″ in molekulargenetischer und daktyloskopischer Hinsicht untersucht und hierzu mit Untersuchungsauftrag vom 16.01.2008 dem KTI beim LKA BW überbracht. Eine Zuordnung des Magazins samt Inhalt war auf kriminaltechnische Weise nicht möglich; es konnten keine entsprechenden Befunde festgestellt werden.

Man muss doch mindestens die Aussage tätigen, ob das BFE-Munition war oder nicht. Wenn nicht, wozu dann überhaupt ein Abgleich mit Kiesewetter und Arnold? 

.

Mit neuen Schlitten würden aus diesen 2 Pistolen allerdings leicht Heilbronner Dienstwaffen:

.

Am 25.08.2007 ereignete sich in Frederikssund / Dänemark bei einer Hochzeitsfeier einer türkischen Familie eine Schießerei, bei der durch die beiden Tatverdächtigen, Mehmet CIFTCI und Sedat GÜZEL, zwei Pistolen H&K, Modell P 2000, eingesetzt wurden. An beiden Waffen sind die Nummern nachträglich entfernt worden. Nach Mitteilung von Interpol Kopenhagen befanden sich jedoch an beiden Pistolen schon werksseitig keine behördlichen Zeichen (Beschusszeichen des Beschussamtes Ulm und Landeswappen Landespolizei), so dass ausgeschlossen werden kann, dass es sich um die entwendeten Dienstwaffen handelt.

.

bka kt arnold-denkhilfe

.

Alles nur Spinnerei?

.

6 comments

  1. Hallo AK, hallo Fatalist!

    Betr.: „Tausch“-Schlitten für die beiden H&K 2000-Pistolen.

    Solche Schlitten könnten auch aus irgendwelchen „Alt-Beständen“ (Asservatenkammern, ausgemusterte Behördenwaffen, private Waffensammlungen – es sind mehr Staatsanwälte/Richter/höhere Polizeichargen Waffensammler, als sich Otto N träumen läßt) stammen!

    Abhängig vom Finish (Oberflächenbehandlung – brüniert/phosphatiert/lackiert etc. – glanz, hochglanz, matt, etc.) der betreffenden Waffenteile – hier der Schlitten – kann so ein Finish auch in kleinen Büchsenmacher-Buden etc. problemlos erzeugt werden.
    Und wenn H&K kein superspezielles Firmen-Finish an diesen Waffen anbringt – was ich nicht weiß und was zu überprüfen wäre – dann sieht da der Laie GAR NIX und der Fachmann unter Umständen auch nicht viel/nix! Es sei denn, es würde mit Super-Forensik überprüft.

    Und in so einen Alt-Schlitten kann man wunderbar die gewünschten/erforderlichen Zahlen und Zeichen „einarbeiten“ – und wenn man dann da nix nachprüft, „weil ja alles in bester Ordnung ist“, dann sieht man hinterher so mit bloßem Auge NIX!

    Alt-Teile gibt’s zu Hauf! Wie gesagt, eine Frage des Finishs.

    Noch was für Herrn Fatalist:

    Ein „slide release“ heißt in der deutschen Waffenterminologie „Verschlußfanghebel“! 😀

    Vielen Dank für das bisherige und viel Erfolg beim weiteren Aufklären an euch alle!

    Gruß!
    Frank Tirör

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.