Heimatschutz: Das Problem mit den Dienstwaffen aus Heilbronn

Man kann es sich ganz leicht machen, wie es die Herren Aust und Laabs taten, und trotz Aktenstudium einfach gar keinen Widerspruch erwähnen. Das klingt dann so:

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Von dort erreicht Menzel wenig später eine Nachricht. Die Ermittler haben die Seriennummer einer der Waffen aus dem Wohnmobil ins Polizeisystem eingegeben und einen Treffer gelandet: Die Waffe gehörte einer jungen Polizistin aus Thüringen, die im April 2007 in Heilbronn am helllichten Tag erschossen wurde.3

Zudem lag eine zweite Heckler & Koch-Pistole, fast unversehrt, in dem kleinen Bad des Campers auf dem Fußboden. Sie gehörte dem Partner der Thüringer Polizistin, dem unbekannte Täter im April 2007 ebenfalls in den Kopf geschossen hatten, der jedoch überlebte.

(Fussnote 3, weit weit weg von der Schilderung…)

Tatsächlich erkennt man auf den Tatort-Fotos, die nach 16 Uhr vom Innern des Campers gemacht werden, dass diese Waffe noch immer völlig verklebt und verrußt auf dem Tisch liegt, Menzels Ermittler sollen sie angehoben und die Nummer entziffert haben, so sagt er selbst gegenüber den Autoren.

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Alles in Ordnung? Dienstwaffe Kiesewetter auf dem Tisch gefunden, Nummer notiert, Nummer in den Fahndungscomputer eingegeben, Heilbronner Polizistenmord gefunden, LKA Stuttgart angerufen, 6 Leute kommen angerauscht, sofort.

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Die Identifizierung hat anhand der Arnold-Waffe stattgefunden, sagte Ronald Köllner vor Gericht aus, nicht zuerst anhand Kiesewetters Waffe, wie es Menzel geschildert hatte.

Tatsächlich glauben Aust und Laabs dem Falschaussager PD Menzel kein einziges Wort, siehe Fussnote 3.

Kiesewetters Waffe kann nicht „gegen 16 Uhr“ identifiziert worden sein, denn da lag sie noch verklebt und verdreckt auf dem Tisch, und ob das Kiesewetters Waffe war, das ist nicht sicher:

Wer die Magazinfeder auf dem toten Uwe zu einem Elektronikbauteil „umfirmiert“, und das hat das BKA getan, der hat offenbar eine falsche Magazinfeder entsorgen wollen.

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magazinfeder und patrone Pumpgun

ist ein Ausschnitt von:

Zwischenablage15

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Das Problem: Wenn sie folgende Waffe finden:

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1-4-13-2

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und die Waffennummer „falsch ablesen“: 110 statt 116…

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falsche nummer

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dann finden Sie nie und nimmer im INPOL-System den Namen Kiesewetter und den Mord Heilbronn 2007.

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bka-nummerkt21

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Das ist den Autoren gar nicht aufgefallen?

Von dort erreicht Menzel wenig später eine Nachricht. Die Ermittler haben die Seriennummer einer der Waffen aus dem Wohnmobil ins Polizeisystem eingegeben und einen Treffer gelandet: Die Waffe gehörte einer jungen Polizistin aus Thüringen, die im April 2007 in Heilbronn am helllichten Tag erschossen wurde.3

Ist nicht glaubhaft. Man darf „massive Begradigung der Widersprüche“ unterstellen.

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Wenn man eine „falsche Nummer“ abliest, dann findet man auch keinen Heilbronner Mord. Es mag sein, dass man über Arnolds Waffennummer drauf kam, und so die Verbindung herstellte, und dann die Schwaben in Marsch setzte, wie Köllner es aussagte. Aber schreiben muss man es: Andere Waffennummer abgelesen, Identifizierung nicht möglich mit der Pistole auf dem Tisch. Schon gleich gar nicht gegen 16 Uhr. Da lag die Wumme noch auf´m Tisch.

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waffeMA

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Bleiben wir bei den Waffen:  BKA:

Dienstwaffe der Michelle Kiesewetter. Die folgenden Asservate auf der Liste, 1.4./13.1, 1.4./14.0 und 1.4./15.0 sind laut Liste der Dienstwaffe zugeordnet. Es handelt sich um 3 Patronen die auf dem Tisch beziehungsweise in der Pistole gesichert wurden.

und:

Sichergestellt laut Liste im Bad auf Boden, links neben der Leiche im Wohnmobil in Eisenach, handelt es sich um die geraubte Dienstwaffe des Martin Arnold.
Die folgenden Asservate auf der Liste, 1.5./2.0 und 1.5./3.0 sind der Dienstwaffe zugeordnet.
(Magazin und eine Patrone).

Magazin nur bei Arnold? eine PEP-Patrone bei ihm, und 3 PEP-Patronen bei Kiesewetter. Kein Magazin.

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Zwischenablage09

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Stimmt nicht, denn PEP-Patronen Fabrikat MEN haben keinen roten Siegellack am Zündplättchen.

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Die Trickserei mit den sich ändernden PEP-Losnummern ist bereits dem Bundestags-Innenausschuss im September 2014 mitgeteilt wurden. Reaktion exakt Null. Auch 2-malige Entladung durch 2 Beamte an 2 Tagen mit 2 unterschiedlichen Patronen  ist kein Problem für den Innenausschuss…

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1-4 entladen doppelt bka

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das ist aus dieser PDF: Dienstwaffen HK P2000 Munition.pdf

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Das ist sämtlich nicht in Heimatschutz enthalten. Dort gibt es keinen einzigen Absatz dazu. Auch nicht zu der Dienstmunition PEP, die aus anderen Losen stammt, und nicht von der Bereitschaftspolizei Böblingen. Immerhin 16 oder 17 Patronen. Weder von Kiesewetter noch von Arnold. Woher stammen diese Polizei-Patronen?

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falsche lose

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DNA und Fingerabdrücke:

1. Waffe Kiesewetter

dna-mk

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2. Waffe Arnold:

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dna-ma

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Keine Fingerabdrücke von den Uwes auch auf der völlig unbeschädigten Waffe Arnolds.

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Nirgendwo auf Magazin, auf Waffen, auf Patronen aus den Dienstwaffen waren Fingerabdrücke der Uwes drauf:

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mun dna

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DNA war drauf, fast überall, aber nirgendwo Fingerabdrücke.

Man könnte auf folgende Idee kommen:

Als die Dienstwaffen am 5.11. ankamen, mit den Schwaben, da waren die Leichen schon weg, bei der Obduktion in Jena. Das Wohnmobil in Eisenach war aber voller Uwe-DNA. Also fand man auf Waffen und Munition nur DNA, aber keine Fingerabdrücke.

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Das wäre natürlich eine Verschwörungstheorie.

Pfui Teufel, was für Spinner da beim Arbeitskreis NSU…

Fakten sind manchmal ziemlich unbequem, daher haben Aust und Laabs sie nach „gründlichem Aktenstudium“ auch mit keinem Wort erwähnt.

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Allerdings gibt es da ein weiteres massives Problem: Auf der „Selbstmord-Pumpgun“ vom Uwe Mundlos gibt es auch keine Fingerabdrücke. Genauer gesagt gibt es an keiner einzigen Waffe Fingerabdrücke, weder in Eisenach noch in Zwickau.

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1-4-11-003

Mundlos trug aber keine Handschuhe, es hätten Fingerabdrücke auf der Pumpgun drauf sein müssen, denn verbrannt ist da nichts, weder Hände noch die Flinte.

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439-1-4

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1-4-3-002

Auch „Böhnhardts Pumpgun“ hat keine Fingerabdrücke. Keine Waffe hat die, nirgendwo!

Komisch, gelle?

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Herr Aust, Herr Laabs, da werden Sie ihr „Standardwerk“ aber gründlich überarbeiten müssen. Es fehlen ganz wesentliche Fakten. So wie es ist, muss man es als Märchenbuch bezeichnen.

10 comments

        1. Allet kloa. die falsche zahl taucht zigfach auf, es ist ja auch nett, dass LKA Stuttgart im Paulchen-Schlussbild die Waffe Arnold erkannte, und das BKA die Waffe Kiesewetter, und beide hatten dieselbe Quelle.

          ich finde das göttlich, besser geht nicht.

          1. Tja, bewusster Hühnerblinz sozusagen!
            :o)
            Oder ich sehe was, was Du nicht siehst, aber wehe Du siehst was, was ich nicht sehen will.
            Kennt man doch, überall dasselbe Hühnerblinzeln.
            Machs gut.

      1. Der gesamte Rückschluss ist falsch. Die Zahl sieht in der Tat aus wie eine 8. Das muss jedoch an der verunreinigten Waffe liegen. Die Zahl vor dem Bindestrich „116“, gibt das Model, als die P2000 an und wird bei der INPOL-Abfrage nicht einzugeben sein.

        * ach! *

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