Weihnachtspause bei NSU Leaks, erholen Sie sich gut!

Es geht stark auf Weihnachten zu, und auch der Arbeitskreis NSU wird „zwischen den Jahren“ etwas kürzer treten. Geschenke gab es auch, vorgezogene Geschenke, und zwar Ermittlungsakten zu Heilbronn, an das Arbeitskreis-interne HN-Team. Das sind 6 Mitglieder, denen die äusserst undankbare Aufgabe zufiel, sich in das Archivierungssystem des LKA Stuttgart einzuarbeiten, das sich erheblich von dem des BKA unterscheidet.

Während das BKA den Asservaten jeweils die Ermittlungsergebnisse zuordnet, also Foto, Beschreibung, Laborergebnisse dazu, nach Asservatennummern sortiert, packt das LKA Stuttgart alle Kriminaltechnik-Anträge in 3 prall gefüllte Ordner, entsprechend gibt es dann auch Ordner für die KT-Ergebnisse: Daktyspuren, DNA-Spuren, Ballistik etc.

Das hat den „Vorteil“, dass man sich völlig umorientieren muss, denn man findet nie „Alles zu einem Asservat“ in ein und demselben Ordner, sondern darf mindestens 3 Ordner parallel durchsuchen.

Wenn man zum Beispiel beim BKA-System die Fingerabdrücke von Uwe Mundlos auf der „Winchester-Selbstmord-Pumpgun“ sucht, dann findet man das Gutachten dazu über die Asservatennummer der Pumpgun, also 1.4.xx, Aufenthaltsraum Wohnmobil.

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Man findet dann zwar keine Fingerabdrücke, weil es keine gab, was ein Ding der Unmöglichkeit ist, aber das Akten-System ist einfach.

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Beim LKA Stuttgart in den Heilbronn-Akten ist das nicht so einfach, denn es gibt kein Gesamt-Asservatenverzeichnis, wo alle Asservate vom Tatort aufgeführt sind. Es gibt statt dessen, auf zig Ordner verteilt, Teilstücke von Asservatenlisten, die man sich dann zusammen basteln darf. Dabei ist stets davon auszugehen, dass man Teile übersieht, die in irgendwelchen anderen Ordnern schlummern.

Kurzfassung: Das LKA möchte keinesfalls, dass irgendwer den Überblick behält, schon gar nicht die eigenen Ermittler. Wenn also Aust/Laabs in „Heimatschutz“ von den merkwürdigsten/schlampigsten Mordermittlungen der letzten Jahrzehnte schreiben, und geradezu unglaubliche „Ermittlungsmängel“ zutage treten, dann hat das durchaus auch mit dem Aktenchaos zu tun. Nicht nur damit, aber auch…

Ebenso schuf dieses Chaos „Herrschaftswissen“ innerhalb der Soko Parkplatz, nämlich bei Denjenigen die noch den Gesamtüberblick hatten. Ein hervorragender Ansatz, um viele Polizisten ins Blaue hinein mit Unwesentlichem zu beschäftigen, und so die Ermittlungen insgesamt zu lenken. Hin zur totalen Ineffizienz. Hat auch bestens funktioniert… erst der 3. SOKO-Leiter Mögelin versuchte ab Mitte 2010, also viel zu spät, das angerichtete Unheil der total unfähigen Ermittlungsleiter Erwin Huber aus Heilbronn und LKA-Mann Franz Schuster, dem Pensionsanwärter, wieder einigermassen zu entknoten. Erfolglos, wie wir wissen…

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Die Ausgangsfragen für die nachfolgenden „Akten-Suchorgien“ waren ganz einfache Dinge: 

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1. Woher stammt das Notizbuch der Michele Kiesewetter mit dem „Haftbefehl Adolf Heilig“-Eintrag?

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2. Von wann stammt der Eintrag? Vom 25.4.2007, als Adolf Heilig nach eigener Aussage vormittags auf der Theresienwiese war, eine befreundete Sippe besuchen war, aber nicht kontrolliert wurde? Oder ist der Eintrag viel älter? Es gab am 25.4.2007 keinen Haftbefehl gegen Heilig.

2a. Warum schreibt Udo Schulze in seinem NSU-Buch, Kiesewetter habe einen Zettel mit diesem Adolf-Eintrag in ihrer Hemdtasche gehabt, zusammen mit Stiften usw?

Ist es nicht vielmehr so, dass dieser Zettel mit dem Notizbuch identisch ist?

2b. Gilbert Heilig, ein Cousin von Adolf Heilig, sagte in einem abgehörten Telefonat, die Polizei habe ihm erzählt, dass die Polizistin einen Zettel mit dem Namen vom Adel (Adolf Heilig) in der Hemdtasche gehabt habe.

3. Was war mit Kiesewetters rotem Handy, welches sie in der Hand gehabt haben soll, als man sie tot auffand? Hatte Einheitsführer Thomas Bartelt  -so wie in „Geheimsache NSU“ dargestellt-  wirklich das Handy angerufen, als er neben der Leiche stand, oder nicht?

4. Wessen Fingerabdrücke waren auf diesem Handy?

5. Dasselbe gilt für das Diensthandy: Wer rief dort an, und wessen Fingerabdrücke waren drauf?

6. Wie erklärt man die „magische Kugel“ aus der Tokarev, die Martin Arnold traf, und zersplitterte, um auf dem Rücksitz und im Fahrersitz teilweise stecken zu bleiben?

7. Was wurde unternommen, um den jungen Mann zu identifizieren, der sich am Trafohäuschen herumgetrieben haben soll, und das bereits vor dem Mord, und auch danach, als ihn der Taxifahrer Mustafa Kandil -als Einziger?- sah?

(die Erinnerungslücken und Notizbuch-Mängel der Kollegen am Tatort sind auffallend übereinstimmend, was diesen jungen Mann angeht. Man einigte sich auf einen Inder, genauer auf einen Sikh, der Singh heisst. Davon gab´s 2 am Tatort)

8. Warum musste Arnold als komatöser Intensivpatient in Ludwigsburg beschützt werden?

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Solch einfache Fragen sind es gewesen, welche die bislang grösste Aktensichtung des Arbeitskreises NSU in Sachen Heilbronn auslösten.

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Die Ergebnisse sind „Weihnachts-tauglich“, weil sie zwar interessant sind, aber man nichts verpasst, wenn man die Blogbeiträge dazu nicht liest.

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Allen Gelegenheitslesern wünschen wir Frohe Weihnachten, geniessen Sie die Zeit ohne Bloglektüre, erholen Sie sich gut, machen Sie es wie das BKA/LKA an Weihnachten 2011, damals waren die Spuren in der am 4.11.2011 überfallenen Sparkasse in Eisenach schliesslich auch noch nicht mit den Uwes abgeglichen, man hatte damals viel Zeit, und auch Sie sollten sich diese Auszeit gönnen. Nur keine Hektik! 2015 geht es dann weiter.

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Was das BKA sich an Auszeit nahm, 2011 während des totalen BRD-NSU-Megahypes, das steht auch Ihnen zu!

siehe:

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Was machen Sie, ja Sie, lieber Leser dieses Blogs, als Kripo Eisenach, oder als PD Gotha, oder gar als LKA Thüringen, wenn einen Tag nach dem Bankraub bei “Ihrer Sparkasse in Eisenach” kein Zusammenhang mit den beiden Leichen im Wohnmobil” besteht?

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/09/17/die-obduktion-der-toten-aus-dem-wohnmobil-ergab-keinen-zusammenhang-mit-dem-uberfall/comment-page-1/

Da machen Sie erstmal ein dummes Gesicht. Klar. Verständlich.

Keine Bankraubbeute vorhanden, aber Sie vermuten einen Zusammenhang mit dem Bankraub.

Ebenfalls klar, absolut richtig!

aber als Ermittler haben Sie ja genug Spuren, also ist der Bankraub-Beweis ein Klacks!

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Und dann naht plötzlich Weihnachten, mit Riesenschritten, der Jahresendurlaub steht an, und da fällt dem TLKA/BKA ein, dass man “was Wichtiges vergessen hatte”:

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http://sicherungsblog.wordpress.com/2014/10/21/weihnachten-2011-waren-die-spuren-aus-der-sparkasse-immer-noch-nicht-gepruft/

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Es ist ja so: Wenn Sie als Polizei bereits am 4.11.2011 die Bankräuber identifiziert haben, dann brauchen Sie gar keine Beweise mehr, also solch profane Dinge wie Fingerabdrücke, DNA oder Zeugen, die langhaarige Bankräuber vor Gericht beschrieben, und das ohne aufgefundene Langhaarperücken im Wohnmobil!

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Wozu denn auch Beweise sichern, oder gar Spuren abgleichen, wenn man es doch schon weiss, dass die Spuren eh nicht passen?

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Das macht man anders: Ohne Beweise, ohne Spuren auch nur ausgewertet zu haben, schreibt man die Bankräuber einfach in die Akte rein, und zwar mit Datum 4.11.2011.

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Und alle waren es zufrieden, verkündet war es sowieso schon seit vielen Wochen, und dann war Weihnachten.

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Wer als Leser jedoch partout nichts von Weihnachtspause wissen möchte, der kann weiter hier mitlesen, und mitdenken.

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Ein komatöser Polizist, der auf der Intensivstation liegend um sein Leben kämpfte, der musste ab dem Tattag vor der Pressemeute beschützt werden.

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Als Blogleser und NSU-Kenner wissen Sie jedoch, dass Kriminaldirektor Rittenauer die bösen Medienmenschen lediglich vorschob, denn in Wahrheit wurde ein weiterer Mordanschlag auf Martin Arnold befürchtet, um zu vollenden, was wenige Stunden zuvor fehlgeschlagen war.

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Die Details dazu können Sie über Weihnachten hier nachlesen:

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tumi-nsu

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krokus-geheimsacheNSU.pdf

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Vergessen Sie das niemals: Die NPD-Mörderfriseusen sind immer und überall.

Frohe Weihnachten!

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8 comments

  1. Zitat:
    Was war mit Kiesewetters rotem Handy, welches sie in der Hand gehabt haben soll, als man sie tot auffand?

    Kommentar:
    In der Doku „Der Nationalsozialistische Untergrund – Was wusste der Staat vom braunen Terror?“ sieht man bei Zeitindex 0m 43s ein Foto der toten Michele Kiesewetter, wo zwischen ihrer linken Hand und ihrem linken Knie ein *weißes* Handy liegt (kein rotes Handy).

  2. Servus… Zunächst einmal danke für eure Arbeit! Ich komme ganz aus der Nähe von Zwickau und finde es erschreckend wie wenig sogar hier über diesen saustall nachgedacht und mitbekommen wird.
    Doch mal ein Einwurf : unterm Strich ging ja ne ganze Menge schief beim nsu-ausdemhut-zaubertrick….. Warum am 04.11. Wenn noch garnicht alles ausreichend vorbereitet war? Warum hat man sich die Zeit dafür nicht genommen? Konnte man sie sich nicht nehmen? Warum könnte man das nicht? Was hat den Druck verursacht der dafür sorgte dass man die Spiele beginnen ließ ohne dass ausreichende Vorarbeit geleistet und Vorbereitungen getroffen wurden? Denn für mich macht es den Eindruck als mussten sie schnellst möglich weg und dann hatte man den Salat….

    1. Die nachgeschobene Idee, auch die Ceskamorde zu entsorgen in Zwickau, deren Umsetzung dürfte für das Chaos und die Hektik verantwortlich sein. Selbiges könnte für die Kölner Bomben zutreffen.

      Da verteilt irgendwer Paulchenvideos eines NSU, und die ursprünglichen Macher von Eisenach wollte nur den Polizistenmord entsorgen… denke das Ganze doch mal aus der Ausgangsposition weiter…

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