Hizbullah-Spur: Morde in Istanbul verweisen in Richtung Dönermorde

Immerhin eine Aussage des langjährigen BKA-Vizepräsidenten Jürgen Maurer vor dem Bundestags-NSU-Ausschuss.

http://img.mittelbayerische.de/bdb/1807300/1807380/300x.jpg

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Seite 32, Protokoll Nr. 36, die NSU-Brutalstaufklärerin von der SPD, eine gewisse Eva Högl, will nicht einmal wissen, auch niemand sonst will das wissen, zu welchen 2 Opfern der Dönermord-Serie es diese Verbindungen zur Hizbullah gibt.

Sehr aufschlussreich, zeigt es doch die Ignoranz der „Aufklärer“ exemplarisch auf:

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Zeuge Jürgen Maurer: Wir haben im BKA permanent überlegt, wie wir es schaffen
könnten, den GBA zuständig zu machen.

Aus dem Informationsgefüge heraus gab es überhaupt keine Information, die eine Zuständigkeit ermöglicht hätte. Also sind wir auf Folgendes verfallen, was eine gute Idee war,
aber zur gleichen Zeit in eine Trugspur geführt hat: Der GBA wäre zuständig gewesen
bei der Täterschaft der Türkischen Hizbullah.

Also haben wir das zum Thema gemacht, um ein entsprechendes Verfahren und mit einem
entsprechenden Verfahren die Zuständigkeit des GBA zu begründen.

Dr. Eva Högl (SPD): Aber einen Verdacht zur Türkischen Hizbullah hatten Sie auch  nicht.
Zeuge Jürgen Maurer: Doch, den hatten wir.

Dr. Eva Högl (SPD): Da gab es auch keine Informationen zu.
Zeuge Jürgen Maurer: Doch, doch, den hatten wir. Ich weiß nicht, in welchem Maße die  Türkische-Hizbullah-Spur hier bearbeitet wurde. Natürlich hatten wir den, und zwar manifest.

Wir haben ihn nur instrumentalisiert im Sinne des Ceska-Verfahrens.

Dr. Eva Högl (SPD): Aber dieser Verdacht stellte keine Verbindung zwischen den
neun Mordopfern her? Das war kein verbindendes Element?

Zeuge Jürgen Maurer: Die TürkischeHizbullah-Spur stellte eine Verbindung her, dass zwei tote türkische Personen in Istanbul gefunden worden waren, Täter Türkische Hizbullah, und diese Personen hatten Kennbeziehungen zu zwei Opfern aus der CeskaSerie. Da hatten wir eine Verbindung. Nur, sie war bedeutungslos, weil es halt nur simple Kennverhältnisse waren. Das wissen ja heute, dass es bedeutungslos war. Der Mordakt der Türkischen Hizbullah in Istanbul
war nicht bedeutungslos.

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Enver Simsek und die beiden 1999 in Istanbul ermordeten Laichinger Blumenhändler. 3 Kurden. Mit dem im Oktober 2011 (!!!)  erschossenen Laichinger Blumenhändler sogar 4 Kurden. Maurer spricht von 2 Döneropfern, zu denen es diese Beziehung gegeben habe. Wer war der Zweite ?

Kilic, München 2001. Auch ein Kurde. 5 Kurden.

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Dr. Eva Högl (SPD): Aber über den Weg politische Motivation der Täterinnen und Täter, also Rechtsextremismus, zu gehen und so auch den GBA in Richtung Zuständigkeit zu stupsen – wenn ich das mal so salopp ausdrücken darf -, auf die Idee sind Sie in dem Moment nicht gekommen? Also, Sie haben sich da konzentriert auf Türkische Hizbullah?
Zeuge Jürgen Maurer: Doch, diskutiert: Welche Möglichkeiten gibt es? Aber gemeinsam festgestellt: Wir haben keine hinreichenden Motive, keine hinreichenden Beweislagen, dass der GBA rechtlich ein Verfahren eröffnen kann. Die waren nicht da.

Dr. Eva Högl (SPD): Aber letztlich genauso wenig Beweislagen wie bei Türkische Hizbullah.

Zeuge Jürgen Maurer: Weniger, deutlich weniger.

Dr. Eva Högl (SPD): Was sagt meine Zeit?  Vorsitzender Sebastian Edathy: Ist ausgeschöpft. 

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Högl will Maurer zu einer gewissen Aussage drängen, die der jedoch verweigert. Sie will nicht wissen was wirklich war, sie will Belege für Rechtsterror, und absolut keine Belege für „Türkische Morde“ hören. Niemand wollte das… Aufklärer…?

Das war 2012 so, und das hat sich auch 2014 nicht geändert, wie man aktuell in der SZ nachlesen kann (voriger Beitrag), und es passt zum Verschweigen der Özoguz-Frage durch die Medien, „wer denn tatsächlich geschossen habe ?“

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Und um zu verstehen, um was es geht, muss man sich mit dem Verschwinden der beiden Blumenhändler in Istanbul 1999 befassen:

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Am 19. November flog der Schwiegersohn dem Ladeninhaber hinterher, nachdem dieser bei seinen Verwandten nicht angekommen war. Seiner Frau hatte der Schwiegersohn nur gesagt, er wolle ein paar Tage Urlaub machen. Auch er verschwand spurlos. Recherchen vor Ort ergaben, dass der junge Mann am 19. November 1999 auf dem Flughafen in Istanbul angekommen, aber sofort festgenommen worden war. Möglicherweise habe man beide mit der kurdischen Freiheitsbewegung PKK in Verbindung gebracht. (…)
Die folgenden Untersuchungen führten die Ermittler zu einem Massengrab bei Istanbul. Zwei der zehn Männerleichen, die darin lagen, identifizierte die Polizei schliesslich als den Blumenhändler, der auch in Laichingen einen Laden unterhielt, und seinen Schwiegersohn.“ [2]

http://www.swp.de/ulm/lokales/alb_donau/Auch-der-fruehere-Ladenbesitzer-und-sein-Schwiegersohn-wurden-ermordet;art4299,1145094

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Kann die Türkische Hizbullah am Flughafen in Istanbul Leute verhaften?

Lachen Sie nicht, liebe Leser, genau das ist die Frage, die einzig wichtige Frage, um das von Maurer Gesagte einschätzen zu können: Ist die Türkische Hizbullah im Jahr 1999 in der Lage gewesen, am Flughafen von Istanbul Kurden zu verhaften? Wegen angeblicher oder tatsächlicher PKK-Kontakte?

Ist die Türkische Hizbullah so etwas wie eine Geheimpolizei, die Leute verhaftete, erschoss und in einem Massengrab verscharrte?

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Natürlich nicht, das ist totaler Blödsinn!

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Die Hizbullah (Türkei) (Kurdisch: Hizbullahî Kurdî [1]) ist eine kurdische sunnitischislamistische Terrororganisation, die Anfang der 1980er Jahre in Diyarbakır gegründet wurde. Die kurdische Hizbullah strebt die Errichtung eines unabhängigen islamischen Staates nach iranischem Vorbild an. Sie wird „Kurdische Hisbollah“ oder auch „Türkische Hisbollah“[2] genannt und ist nicht mit der libanesischen Hisbollah oder der irakischen Kurdischen Revolutionären Hisbollah zu verwechseln.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hizbullah_(T%C3%BCrkei)

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Das hatten wir erst vor Kurzem hier im Blog: http://sicherungsblog.wordpress.com/2014/11/04/geruchte-das-bka-kt-21-arbeitet-an-waffengutachten-fur-nsu-mord-am-1-11-2011-in-dobeln/

Am 19. Januar 2000 starb in Istanbul der prominente Hisbollah-Kämpfer Velioglu bei einem Attentat in einem Kugelhagel. Die folgenden Untersuchungen führten die Ermittler zu einem Massengrab bei Istanbul. Zwei der zehn Männerleichen, die darin lagen, identifizierte die Polizei schließlich als den Blumenhändler, der auch in Laichingen einen Laden unterhielt, und seinen Schwiegersohn.

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Wer bekämpft die Türkische Hizbullah, und wer ist in der Lage, am Flughafen Istanbul Leute zu verhaften, weil man sie mit der Türkischen Hizbullah, einer Kurden-Untergrund-Armee, in Verbindung bringt?

Ist nicht schwer zu erraten: Die Türkischen Sicherheitsbehörden, der Türkische Geheimdienst. Ergenenkon, auch Türkisch Gladio genannt.

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Ergenekon ist die Bezeichnung für eine mutmaßliche nationalistische Untergrundorganisation in der Türkei. Das Netzwerk soll 2003 und in den folgenden Jahren durch Terror und Desinformation den Sturz der islamisch geprägten Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan betrieben haben.[1] Zu den mutmaßlichen Mitgliedern der Verschwörergruppe gehören Ex-Militärs, Rechtsanwälte, Geschäftsleute, Politiker und Journalisten.[2] Bis April 2011 wurden mehr als 300 Personen als Mitglieder und Unterstützer dieser Gruppe in Haft genommen.[3]

http://de.wikipedia.org/wiki/Ergenekon

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Diese Informationen sollten Sie einmal gründlich durchdenken.

Dann kommen Sie vielleicht darauf, warum das „Türkische Bundeskriminalamt KOM“ der Meinung war, im Jahr 2007, dass die 8 Dönermorde (Griechen zählen nicht…) von einem Kurdischen Drogenclan aus  Diyarbakır begangen worden seien, um kurdische Drogenringe und Finanzierungsnetzwerke (Schutzgeld etc) zu errichten. Die Morde seien von 5 Killern mit 3 Ceskas durchgeführt worden.

http://www.spiegel.de/forum/panorama/verfahren-gegen-beate-zschaepe-anklaeger-gehen-volles-risiko-thread-75098-9.html

„Dem Bericht der Zeitung „ZAMAN“ vom Oktober 2007 zufolge, hatte das türkische Landeskriminalamt Ihre Ermittlungsergebnisse über die Döner-Morde an die ermittelnden Behörden in Deutschland übermittelt. In der Zusammenfassung dieses Berichts des türkischen Landeskriminalamts (KOM) an das Bundeskriminalamt in Deutschland, sah man einen Zusammenhang zwischen den „Döner-Morden“ sowie dem Drogenmillieu in Europa, mit einem Familienclan aus Diyarbakir. Dem Bericht zufolge wurden die 8 Opfer der „Döner-Morde“ zu Verteilern im Drogenmillieu gezählt. Die Opfer sollen zudem Schutzgelder an die PKK in Europa und dem Familienclan in Diyarbakir gezahlt haben.

Das Landeskriminalamt in der Türkei hatte damals ermittelt, dass ein Familienclan in Diyarbakir einen Drogenring in Europa aufbauen wollte. Als die erhofften Erlöse aus dem Drogenmillieu ausblieben, die PKK den neuen Verteilerring erpresste, soll die Familie die Morde beauftragt haben. Die Kaltblütigkeit mit der die Opfer am helligten Tage ermordet wurden, ließen schon zuvor vermuten, das nur professionelle Täter in Frage kommen. Das BKA und die Nürnberger Kripo tappten zunächst im dunkeln, da es keine Zeugen und Hinweise gab. Alle Morde wurden dem Bericht nach, mit drei verschiedenen Pistolen der tschechischen Marke Ceska (7.65mm.) begangen. Der Bericht wurde damals über das BKA an den Nürnberger Kripo-Chef Wolfgang Geier übermittelt.

Der Bericht der KOM ging dabei auf die 8 Opfer ein, die demnach Drogenverteiler gewesen sein sollen. Dabei soll die Terrororganisation PKK, Schutzgelder von den Opfern genommen und so das Millieu versucht haben zu übernehmen. Die erfolgreichen Ermittlungen im Drogenmillieu in der Türkei und Festnahmen hätten dem Bericht zufolge, die Drogenverteilung sowie die Einnahmen der Terrororganisation seit längerer Zeit massiv gestört. In dieser Phase habe der Familienclan in Europa Fuß fassen wollen und einen neuen Drogenring aufgebaut, Schutzgelder erpresst.

Die ermittelnden türkischen Behörden gingen deshalb davon aus, dass dabei ein Drogenkrieg zwischen der PKK und dem Familienclan ausbrach und die Drogenverteiler in diesem Drogenkrieg getötet wurden. Die Ermittler gaben an, dass für die Morde ein 5-köpfiges Mordkommando vom Familienclan beauftragt wurde. Die Morde selbst wurden immer von einem Täter dieses Teams mit drei verschiedenen Pistolen der Marke Ceska begangen. In dem Bericht wurden die Täter sowie der Familienclan namentlich aufgeschlüsselt und die Nürnberger Kripo davon unterrichtet.“ (Zitat aus Turkishpress.de, Dez. 2009, in „Rituale der globalistischen Religion“, M.Lichtmesz, 29.2.12012)

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siehe auch:

http://sicherungsblog.wordpress.com/2014/06/26/strasse-der-verteiler-im-drogenmilieu-oder-mord-durch-die-polizei/

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Wie ist diese „Ermittlungsspur“ des „Türkischen Bundeskriminalamtes KOM“ einzuschätzen?

Als Desinformation. Gruß an Wolfgang Eggert, reingefallen 🙂

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/11/21/beruf-neonazi-todesursache-unklar-die-doner-sind-noch-lange-nicht-vom-tisch/

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Wie ist die Aussage des Jürgen Maurer, Vizepräsident des BKA, vor dem NSU-Ausschuss einzuschätzen?

Als Nebelkerze, hart an der Grenze zur Falschaussage: Maurer weiss, dass die Morde in Istanbul Staatsmorde waren. An Kurden, bei denen man Verbindungen zu Kurden-Finanzierungs-Netzwerken vermutete oder zu kennen glaubte.

Die Mörder kamen vom Türkischen Staat, Herr Maurer, und eben gerade NICHT von der Hizbullah. Eine grobe Desinformation, eine Falschaussage, ein typischer BKA „Irrtum“ vor einem Parlamentarischen Untersuchungsgremium, das zu Belügen a) Standard war und b) folgenlos, weil die „Aufklärer“ sowieso nur Placebos waren und sind.

Das sind die „Fakten“.

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Und da es hier im Blog keine Wahrheiten gibt, sondern nur Informationen und Anregungen zum „Selberdenken“, deshalb sollten Sie mal darüber nachdenken, was die BAO Bosporus eigentlich war, die nach dem 7. Mord 2005 gegründet wurde, und im Wesentlichen als bundesweiter Verbund selbständig operierender SOKOS bis zum 1.2.2008 bestand (danach nur noch als kleine Gruppe bei der Kripo Nürnberg).

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Was war die Aufgabe der BAO Bosporus unter besonderer Berücksichtigung folgender Fakten:

– Verfassungsschützer Temme beim letzten Mord am Tatort

– Beobachter des BfV in der Keupstrasse in Köln anwesend, Menhorn lässt „Terrorbombe“ streichen.

– Türkischer Geheimdienst-Offizier beim Anschlag gegen Kurden (Keupstrasse) vor Ort (lt Udo Schulze)

– Beobachter zu vermuten bei weiteren Dönermorden, bei Kilic, Tasköprü, Yasar

– Das BfV „begleitete“ mindestens 29 Morde von Tito auf deutschem Boden an Kroaten

– Fehlinformationen des Herrn Maurer, wer für die Morde in Istanbul verantwortlich war

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War die BAO Bosporus eine Art von Bestattungsinstitut für Morde „befreundeter Staaten“ auf deutschem Boden?

Ist der „NSU“ also letztlich die Umwidmung dieser Morde (welche nicht aufgeklärt werden durften…) zu einem „guten Zweck“? Kampf gegen Rechts ist gut und nützlich, und wo gehobelt wird, da fallen Späne? Die Uwes, Florian, Corelli als „notwendige Hobelspäne“?

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Schönen Sonntag.

8 comments

  1. Sehr interessant und plausibel.

    Was ist mit der Zeugenaussage betreffend Tasköprü? Der Fahrer Necmetin Cetin im Auto, der Beifahrer mit der Waffe… wären das in diesem Fall türkische Geheimdienstleute?

    Oder hat der türkische Geheimdienst diskret auf die Dienste von „gewöhnlichen“ Kriminellen zurückgegriffen, die dann die schmutzige Arbeit in Deutschland für ihn ausführten?

    1. Bei Titos Geheimdienst sollen grösstenteils Kriminelle beauftragt worden sein, die Morde in Deutschland auszuführen. Das wird zumindest in der Doku klar gesagt. Es ist die Frage, ob „Graue Wölfe“ oder geheimdienstlich türkeiseitig kontrollierte Mafia Dönermorde mit staatlicher Beauftragung (durch die Türkei) durchführte, und inwieweit die BRD-Dienste (ähnlich wie bei Titos Morden) davon wussten, die Aktionen überwachten, da man seitens der Regierung (Dohnany etc wurden ja befragt dazu) nicht gegen Jugoslawien einschreiten wollte.

      Die Analogie ist frappierend, und spricht imo gegen PKK und für Türkisch Gladio, zu deren Betätigungsfeldern der Drogenschmuggel nun einmal zählt, gemeinsam mit der Drogenmafia.

      Wie man Kiesewetter bzw. die BFE/LKA-Strukturen da mit unterbekommt, das wäre eine interessante Denksportaufgabe, Indizien gerade was den Chef der BFE angeht gibt es zuhauf… Polizeiseilschaft und Drogenschmuggel-Geleitschutz, und Spitzelverdacht gegen Kiesewetter und Arnold…

      1. Letztlich würde dies bedeuten, daß in der BRD seit Jahrzehnten ungestraft Menschen von ausländischen Geheimdiensten ermordet werden können (Mossad, CIA, Jugo-Geheimdienst, türk. Geheimdienst, etc.) und die einzige Aufgabe des deutschen Geheimdienstes darin besteht, diese Morde zu verschleiern und die Täter zu decken?

        Eine neue Dimension, die dem „NSU“ zugefügt würde.

        1. Alles sehr sehr kompliziert, sehr vielschichtig, aber ich teile Deine Erkenntnis.
          Es macht keinen Sinn, dass der BRD-Sicherheitsapparat auf Weisung der Regierung Morde ausgeführt von Kurden deckt.
          Das glaube ich einfach nicht. Die Kurdenspur ist wohl falsch.

          Die Ermordung dieser 3 Kurdinnen in Paris 2010 (?) deutet übrigens exakt auf die Türkei als Auftraggeber eines in Bayern lebenden Türken, der dringend verdächtig ist, einer oder der Mörder zu sein.

          Das muss noch herausgearbeitet werden…

  2. Es ist definitiv so, wie Killerbee es sieht, seit Jahrzehnten können in der BRD ungestraft Menschen von ausländischen Geheimdiensten ermordet werden, so auch unser rumänischer Nachbar 1983. Obwohl sich Uni-Kollegen damals dafür einsetzen, dass sein mysteriöser Tod (Vergiftung) untersucht wird, gab es keine polizeilichen Ermittlungen. Da scheint es Übereinkünfte zu geben.
    Die Hizbullah-Spur ist mit Sicherheit falsch. Es macht aber Sinn, dass Morde an Kurden auf deutschem Boden, ausgeführt im Auftrag türkischer Sicherheitsbehörden, mit einigem Aufwand gedeckt werden. Das passt ins Bild der politischen Verfolgung von Kurden und von Aktivisten der türkischen Linken seit 2004.
    Mit Hilfe des 2002 geschaffenen Paragraphen 129 b wurden angebliche Aktivisten der DHKP-C und in den letzten Jahren auch der PKK verhaftet und unter Isolationsfolterbedingungen eingesperrt. Für diese Menschen wurden die Menschenrechte in vollem Umfang außer Kraft gesetzt, obwohl sie nachweislich weder einen Mord noch sonst ein Verbrechen begangen haben.
    Bei den mittlerweile zahlreichen Verurteilten handelt es sich nicht um Kriminelle, die in irgendwelchen Drogenringen aktiv waren, das gibt es natürlich auch. Ich habe mal einen Verfassungsschützer bei der Ausstellungsbetreuung an einer Schule hierzu gefragt, und bekam die Antwort, diese Leute seien nicht gefährlich und würden keine Straftaten in Deutschland begehen. Aber sie würden nun mal als Rückfront die terroristischen Kämpfer in der Türkei finanziell unterstützen, und deshalb wäre eine Strafverfolgung notwendig.
    Die deutsche Regierung positioniert sich hier klar bei der Bekämpfung von in Deutschland lebenden Türkei-Kritikern. Die Türkei ist ein wichtiger NATO-Partner, außerdem wären da noch die deutschen Waffen-Exporte…
    Ganz aktuell zeigt sich beispielsweise bei dem Urteil gegen Özkan Güzel vor dem OLG Düsseldorf, dass Gesinnungsurteile gegen kurdische/ linke türkische „Revolutionäre“ fernab jeglicher Rechtsstaatlichkeit gefällt werden. Da reicht es schon, wenn jemand in einem Anatolischen Bildungs- und Kulturzentrum aktiv ist, auf türkische Gerichtskonten zur Unterstützung politischer Gefangener in der Türkei Geld einzahlt, eine Wochenzeitschrift und Karten für das Konzert der Gruppe „Grup Yorum“ verkauft sowie Kontakte zu angeblichen DHKP-C-Mitgliedern unterhält, u. a. über Briefe an in Deutschland inhaftierte politische Gefangene.
    Weil der Aktivist diese Aktivitäten gestanden hat, wurde er als Unterstützer der DHKP-C „nur“ zu 2 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

    http://www.linkezeitung.de/index.php/justiz/129-prozesse/1502-oezkan-guezel-wegen-verkauf-von-grup-yorum-tickets-zu-2-4-jahren-haft-verurteilt

    Als ich bei zwei DHKP-C-Verfahren am OLG-Düsseldorf als Prozessbeobachterin anwesend war habe ich u. a. die Aussage eines Geheimdienstlers mitbekommen, der die Angeklagten der finanziellen Unterstützung der DHKP-C in erheblichem Umfang belastet hat, aber keinerlei Belege für an die DHKP-C geleistete Zahlungen vorzuweisen brauchte. Das Gericht glaubte ihm der Einfachheit halber. Das war der Moment, in dem mir endgültig klar wurde, dass unser Rechtsstaat nur auf dem Papier existiert. Wegen der politischen Verfolgung von Kurden gibt es keinen Aufschrei in Deutschland, die Medien interessiert das nicht. Eine gedeckte Mordserie könnte da schon eher die Öffentlichkeit wachrütteln, was die gesamte Problematik betrifft.
    Ich habe keinerlei persönliche Kontakte zu angeblichen Aktivisten der PKK oder DHKP-C und hatte nur zufällig von der ganzen Problematik Kenntnis erhalten.
    Das Recht zu kritisieren, zu informieren und zu protestieren wird als erstes bei politisch unliebsamen Migranten eingeschränkt, dann bei dem Rest der politischen Aktivisten.
    Politische Verfolgung darf nicht nur bei den eigenen Leuten angeprangert werden.
    So funktioniert unser Staat. Der Kampf rechts gegen links ist dabei durchaus willkommen, lenkt er doch von den eigentlichen Problemen ab und die Linken kann man wunderbar zur Etablierung des NSU-Phantoms benutzen. Sie tragen ideologische Scheuklappen und müssen daher an den rechtsextremen Terror glauben, passt er doch so schön ins eigene Weltbild…

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