Das DNA-Spuren-Wirrwarr beim NSU

Es gibt rund 60 nicht zugeordnete DNA-Spuren aus dem Wohnmobil Eisenach und aus dem Haus in Zwickau.

Die sind alle in diesem Forenstrang: http://nsu-leaks.freeforums.net/thread/133/unbekannte-dna

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Es gibt unbekannte DNA

– an den Bankraubwaffen Eisenach-Arnstadt (Ceska 70 und Revolver Melcher, Mann und Frau)

– in den Banken (da passte nichts zu den Uwes, auch nicht zum blutig geschlagenen Filialleiter in Eisenach?)

– am Wohnmobil aussen (nicht mit Verleiher/Personal abgeglichen?)

– am Beutegeld (Banderolen etc, aber Plastiktüte und Beute ohne Uwes-Fingerabdrücke…)

– an den Mordwaffen Heilbronn (aber es gibt dort keine Uwes-DNA, aber P1, P4 auf der Radom)

– an Kinderspielzeug/Sandale (nicht mit Familie Holger Gerlach und Familie Eminger abgeglichen? P66, weiblich)

– an Erdbeermilch, Schoko-Minis etc im Kühlschrank vom Wohnmobil (P12)

– an Socken im Wohnmobil (P46)

– in Zwickau an „Mordlisten“, an CDs, an „Bankraub-Basecabs“, an Rucksäcken, an Fahrrädern usw.

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Und es gibt DNA-Spuren, die nicht zum „NSU“ passen

– mindestens 4.300 Spuren aus den Dönermorden

– alle Spuren von Keupstrasse und Probsteigasse Köln

– alle Spuren vom Polizistenmord von Heilbronn

– alle Spuren aus sämtlichen Bankrauben

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Es gibt „neue Wattestäbchen-Phantome“ wie folgt:

– die 99.85%-Wahrscheinlichkeit einer Zwickauer DNA zu einem Kind von Thomas Starke war ein „Irrtum des BKA“ (was sind eigentlich Vaterschafts-DNA-Gutachten dann wert? Viel, weil nicht das BKA sie erstellt?)

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spon2014

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-ermittler-folgten-falscher-dna-spur-a-983896.html

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– die Spur aus Zwickau UND aus Eisenach, P12, wurde zuerst mit der DNA auf einer Patronenhülse bei einer Schiesserei in Berlin 2012 in Verbindung gebracht, und dann wieder angezweifelt (Analogie: DNA auf der Tatwaffe Tokarev)

– die Spur auf der Socke im Wohnmobil führt nach Brandenburg und ins Jahr 2002, soll aber auch ein Irrtum sein. Werden aber 2014 als wahr verkündet?

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Zur „litauischen Socken-DNA“: P46

Ein anderer DNA-Fund führt die Spur der Ermittler nach Brandenburg . Die Nachrichtenagentur dpa schreibt unter Berufung aus Sicherheitskreisen, DNA-Spuren aus dem Ende 2011 in Eisenach entdeckten Wohnmobil der NSU-Terrorzelle sollen teilweise mit Spuren von einem Fahrzeugdiebstahl in Brandenburg aus dem Jahr 2002 übereinstimmen.

Der genaue Fundort und weitere Hintergründe wurden zunächst nicht bekannt. Weil der Fall längst verjährt ist, sollen die Akten bei der Staatsanwaltschaft inzwischen vernichtet worden sein. Die Ermittlungsbehörde wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen und verwies auf laufende Ermittlungen. Der Fall sei aber bekannt.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-09/nsu-rocker-bandidos/seite-2

und:

So soll an einer Socke, die im Wohnmobil der NSU-Mitglieder lag, die gleiche DNA gefunden worden sein, wie 2002 bei einem Tatort in Brandenburg. Um was für einen Tatort es sich handelt, sagte Henkel nicht. Die erfolglosen Ermittlungen gegen Unbekannt seien seinerzeit eingestellt worden, die Akten sollen daraufhin vernichtet worden sein.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/nsu-terror-polizei-untersucht-spur-zu-berliner-rockern-dna-fund-koennte-verbindung-zu-neonazis-belegen/7169046.html

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2013 kamen dann 3 passende Tatorte:

Die Polizei gab das Profil des „P 46“ genannten Unbekannten in die DNA-Analysedatei ein – und erzielte gleich drei Treffer in der Datenbank: So wurde die Spur von „P 46“ an Tatorten in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen gesichert. In Berlin ging es dabei um einen Fahrzeugdiebstahl im Juni 2002 im Neubaugebiet von Marzahn. Im nordrhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreis hatte man 2005 eine Blutspur sichern können, die mit „P 46“ identisch war und die dem mutmaßlichen Mitglied einer Einbrecherbande zugeordnet wurde, der mehrere schwere Diebstähle zur Last gelegt werden. Im hessischen Lahn-Dill-Kreis schließlich fand die Polizei im gleichen Jahr eine Wollmütze mit Spuren von „P 46“ an einem Tatort, der zu einer seit 2002 anhaltenden Verbrechensserie von Wohnungseinbrüchen, Diebstahl mit Waffen und Bandendiebstahl gehörte.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nationalsozialistischer-untergrund-hatte-der-nsu-kontakte-zu-litauischen-verbrechern.1620adc3-a2bf-46b8-a2fe-8882d5672658.html

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Auch 2013:

welt1

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article113701172/Hat-die-Polizei-ein-neues-Wattestaebchen-Problem.html

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Was für Jobs hatten die Uwes doch gleich ? 

😉

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Zu P12: Stimmt so wie berichtet:.

“Und noch eine weitere unbekannte DNA-Spur aus dem Wohnmobil gibt Rätsel auf. Sie wurde an einer Plastikflasche mit Erdbeermilch isoliert, die im Kühlschrank des Fahrzeugs stand. Dieselbe DNA-Spur, in den Akten als P12 bezeichnet, fanden die Ermittler an weiteren sieben Asservaten aus der Wohnung in Zwickau: an schriftlichen Unterlagen, einer mit „PDS/SPD Liste“ beschrifteten Diskette, einem Munitionsteil sowie einem Rucksack, der vermutlich für einen Bankraub in Chemnitz benutzt wurde.” [Förster in “Freitag”]

https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/09/07/die-unbekannten-dna-spuren-an-waffen-in-zwickau-im-wohnmobil-teil-3/

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2014 wurde nachgelegt:

Als die Spur in der Analysedatei des BKA überprüft wurde, machten die Ermittler eine überraschende Entdeckung: Der genetische Code von P12 war im Juli 2012, also mehr als ein halbes Jahr nach dem Auffliegen des Trios, an einem Tatort in Berlin sichergestellt worden. Er fand sich an der Hülse einer Patrone, die auf zwei Mitglieder des Rockerclubs Bandidos abgefeuert worden war.

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/spuren-ins-nichts

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2012 war doch aber bereits dementiert worden?

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p12 berlin

http://www.n-tv.de/politik/BKA-zweifelt-an-DNA-Spur-article7291001.html

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2012 schon angezweifelt, aber 2014 dann geklärt? Oder doch nicht?

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Es ist schon erstaunlich, dass noch niemals ein Untersuchungsausschuss oder gar einer der Verteidiger im OLG-Stadl zu München eine aktualisierte Fassung der Fremd-DNAs und der mittlerweile zugeordneten DNA-Spuren verlangt hat.

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Was bleibt?

Die grosse Verwirrung, und die nicht zu beantwortende Frage, ob die grassierende Unfähigkeit beim BKA glaubhaft ist, oder ob sie ganz anderen Zwecken dient. Und ob sie nur bei   Vaterschaftstests  Terrorermittlungen auftritt, dort jedoch seit 50 Jahren. Oder länger. Linken wie rechten wie islamischen Terrorermittlungen… dort aber immer ?

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